Reichten ihre Texte ein: Die Schriftsteller Dörthe Huth, Franziska Röchter, Anja Liedtke und Ulrich Land (von links) vor einem Bild der Ausstellung. - © Lena Henning
Reichten ihre Texte ein: Die Schriftsteller Dörthe Huth, Franziska Röchter, Anja Liedtke und Ulrich Land (von links) vor einem Bild der Ausstellung. | © Lena Henning

Kultur RW-Landesverband deutscher Schriftsteller eröffnet Ausstellung

Autoren lassen sich von Bildern zu Geschichten anregen. Auch Besucher können mitmachen

Bielefeld. Der Landesverband NRW des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS) veranstaltet seine Jahrestagung in Bielefeld. Zu Beginn der Tagung ist nun die Ausstellung „Bild-Text/ Text-Bild“ in der Stadtbibliothek am Neumarkt eröffnet worden. „Die Ausstellung geht der Frage nach, welche Inspirationen Schriftsteller aus Bildern ziehen können und lässt die Besucher somit am Entstehungsprozess von Texten und Geschichten teilhaben“, sagte Sabine Lipan, Autorin und Regionalsprecherin des VS, zur Eröffnung.Debatte über das Verhältnis von Kunst und Literatur Der Landesverband hatte seine etwa 550 Mitglieder dazu aufgerufen, sich von Bildern inspirieren zu lassen und dazu passende Texte einzureichen. Künstler des Bundesverbandes Bildender Künstler OWL (BBK) hatten dazu 18 Werke unter der Überschrift „Mein Ort“ zur Verfügung gestellt. Die Bilder waren im Vorfeld online zu sehen, so dass die Schriftsteller freie Auswahl hatten. „Manche Autoren haben auch bereits vorhandene Texte eingereicht, von denen sie glauben, dass sie zu einem der Bilder passen“, sagte Lipan. So sind insgesamt 65 Texte zusammengetragen worden, die gemeinsam mit den Bildern im ersten Obergeschoss der Bibliothek ausgestellt sind. „Außerdem haben wir Zettel ausgelegt, so dass auch die Besucher die Möglichkeit haben, die Bilder auf sich wirken zu lassen und dann eigene Texte zu verfassen“, erläuterte Sabine Lipan eine Besonderheit der Ausstellung. Die von den Besuchern geschriebenen Texte werden den anderen Texten zur Seite gestellt. Zur Vernissage am Donnerstagabend lasen fünf der Autoren ihre Texte. Ulrich Land hat sich von einem Bild von Andrea Köhn inspirieren lassen. Das Bild zeigt eine Mischung aus warmen Farben vor einem blau-schwarzen Hintergrund. Land beschreibt dazu den Kampf eines Bergsteigers zwischen der geradezu magischen Anziehungskraft des Gletschergipfels und der Stimme der Vernunft, die zur Umkehr mahnt. Die Elemente des Bildes finden sich in seiner poetischen Beschreibung der Aussicht auf dem Gipfel im Morgengrauen wieder: Kleine Wolken heben sich im Morgengrauen von dem noch dunklen Himmel ab. Der Text von Dörthe Huth, die von Lipan als „Expertin für das Loslassen“ angekündigt war, handelte vom Thema Heimatverbundenheit. Das Bild dazu zeigt aus einem Auto heraus eine mit Bäumen gesäumte Straße. Es ist das Kunstwerk „Heimfahrt“ von Sabine Wenig. Außerdem trugen Anja Liedtke und Franziska Röchter Texte vor. In Vertretung für die kurzfristig erkrankte Monika Walther las Monika Lipan deren Text „Immer weiter, aber wo sind die Vögel?“. Im Anschluss wurde während einer Podiumsdiskussion das Verhältnis von Bildender Kunst und Literatur debattiert. Die Ausstellung in der Stadtbibliothek ist noch bis zum 1. Juli zu sehen.

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