Stefan T. Gruner mit seinem neuen Roman "Nie wieder Beethoven" am Stand seines Verlages Klöpfer und Meyer . - © FOTO: STEFAN BRAMS
Stefan T. Gruner mit seinem neuen Roman "Nie wieder Beethoven" am Stand seines Verlages Klöpfer und Meyer . | © FOTO: STEFAN BRAMS

Starken Büchern auf der Spur

Messerundgang mit dem Bielefelder Autor Stefan T. Gruner, der in Frankfurt seinen neuen Roman vorstellt

Frankfurt, Halle 3.1, Stand D 158. Hier präsentiert sich der Verlag Klöpfer und Meyer auf der Frankfurter Buchmesse. Der Verlag mit Sitz in Tübingen ist einer dieser typischen mittelständischen deutschen vom Verleger noch selbst geführten Verlage, denen es immer noch um gut gemachte Bücher geht. Hier hat der Bielefelder Stefan T. Gruner gerade seinen neuen Roman "Nie wieder Beethoven" veröffentlicht. Nachher hat der 70-Jährige "Standdienst", wie er sagt. Steht den Fachbesuchern Rede und Antwort zu seinem Roman über das Erwachsenwerden in den bleiernen 50er Jahren in Bonn. Doch jetzt hat der Autor Zeit, Zeit für einen Messerundgang und ein Gespräch mit Stefan Brams über schöne Bücher, Selfpublishing, E-Books und die lieben Kollegen.

Einer unter 1.500 Autoren auf der Messe zu sein, empfindet Stefan T. Gruner zwar nicht als Problem. "Aber irre ist das schon, sich vorzustellen, dass mein Werk zwischen 80.000 anderen Büchern, die aneinandergereiht etwa 15 Kilometer Buchrücken ergeben, um die Leser konkurriert", sagt er auf dem Weg durch den Messe-Rummel.
Die Messe nutze er, um Kontakte zu knüpfen, Lesungen zu arrangieren, Bücher zu entdecken. Und zu schauen, was los ist auf dem Jahrmarkt der Autoren. Also geht’s mittenrein. Zu Suhrkamp: "Der Verlag interessiert mich wenig. Wenn er im Zuge der Auseinandersetzungen mit Hans Barlach verschwinden würde, wäre ich nicht traurig, auch wenn der Verlag viel geleistet hat." "Machen wir einen Haken dran", schlägt Gruner vor, den es eher zu den kleineren Verlagen treibt.

Auf dem Weg dahin geht’s um eines der großen Themen der Messe: Self-Publishing und E-Books. "Ich liebe das gedruckte Buch", betont Gruner, "Ich mag seine Haptik, aber ich finde es spannend, wie das gedruckte Buch und seine digitalen Geschwister immer mehr zueinander finden." Für ihn gehe es weniger um die Buchkultur als darum, dass gute Texte ihren Weg zu den Lesern finden – "egal ob digital, gedruckt oder über das selbstverlegte Buch".

Er habe keine Berührungsängste gegenüber dem Self-Publishing, sehe den Vorteil darin, genau das auf den Markt bringen zu können, "was und wie ich es will". Aus diesem Grund habe er diese Möglichkeit auch selbst schon genutzt. Wie auch Starautorin Nele Neuhaus, die im neu geschaffenen Messeschwerpunkt "Next Generation - Self-Publishing Area" darüber berichtet, dass auch sie so gestartet ist, "weil niemand in den Verlagen mein Manuskript wollte".

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