"Westfälischer Bauer mit weißem Bart". - © FOTO: BÖCKSTIEGEL-STIFTUNG
"Westfälischer Bauer mit weißem Bart". | © FOTO: BÖCKSTIEGEL-STIFTUNG

Herford Böckstiegel-Arbeiten gesucht

Herforder Kunstverein zeigt unbekannte Werke des Expressionisten

VON STEFAN BRAMS

Herford. Im nächsten Jahr, am 7. April, jährt sich der Geburtstag des Malers Peter August Böckstiegel zum 125. Mal. Anlass für den Herforder Kunstverein, im Daniel-Pöppelmann-Haus eine Ausstellung mit rund 60 Werken des westfälischen Expressionisten (1889-1951) aufzulegen.

Doch der Kunstverein will in Zusammenarbeit mit der Böckstiegel-Stiftung und dem Böckstiegel-Freundeskreis nicht einfach nur einen Querschnitt durch das Werk des Malers aus Arrode bei Werther zeigen, "sondern noch nicht gezeigte Werke ins Zentrum rücken", wie Theodor Helmert-Corvey, Vorsitzender des Herforder Kunstvereins, betont.

Auch der Titel der Ausstellung weist auf den Herforder Ansatz hin: "Peter August Böckstiegel: Erlebtes und Erschautes – Unbekannte Arbeiten auf Papier" haben die Macher die Ausstellung betitelt, die vom 5. April bis zum 29. Juni im Pöppelmann-Haus in Herford zu sehen sein wird.

30 Arbeiten aus Privatbesitz werden gezeigt

Farbkräftige Aquarelle und Pastelle, expressiv umgesetzte Holzschnitte und Radierungen werden im Zentrum der Ausstellung stehen. 30 Arbeiten aus Privatbesitz, die noch nicht öffentlich gezeigt wurden, konnte der Freundeskreis-Böckstiegel bereits für die Ausstellung zusagen, wie dessen Geschäftsführer Volker Strothmann betonte. Ergänzt werden diese Werke mit ausgewählten Werkgruppen aus dem Nachlass des Künstlers, der seit 2008 von der Peter-August-Böckstiegel-Stiftung in Gütersloh betreut wird.

Doch das soll es noch nicht gewesen sein. "Wir gehen davon aus, dass es noch viele Böckstiegel-Werke gibt, die in keinem der vier Böckstiegel-Werkverzeichnis aufgelistet sind, daher möchten wir Bürger bitten, die Böckstiegel-Werke besitzen, sich bei uns zu melden, denn wir würden gerne noch weitere unbekannte Arbeiten Böckstiegels in Herford zeigen können", betont Helmert-Corvey. David Riedel, der das Böckstiegel-Museum in Arrode leitet, sagt: "Böckstiegel hat seine Werke oft auch als Zahlungsmittel benutzt, da bei ihm das Geld immer knapp war. Daher sind wir sicher, dass es noch viele Werke in der Region gibt."

Allein dem Freundeskreis würden pro Jahr drei bis vier Bilder zur Begutachtung angeboten, sagt Strothmann. Vor allem im Raum Spenge, Enger, Bünde und Herford vermuten die Ausstellungsmacher zahlreiche Werke.
Gezeigt wird ab April 2014 auch die Mappe "Bauernleben" mit Lithografien, die Böckstiegel in einer Auflage von 15 Exemplaren herausgebracht hatte. Diese kehrt damit an ihren Ursprung zurück. Wurde sie doch 1921 erstmals in Herford öffentlich gezeigt. "Damit schließt sich auch ein Kreis", freuen sich die Ausstellungsmacher.

Copyright © Neue Westfälische 2018
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group