Bielefeld: Gipfeltreffen der Poetry-Slammer

Comedian Ingolf Lück moderiert im November die Eröffnung der Slam-Meisterschaften

VON ANKE GROENEWOLD
Markus Freise, Sven Stickling und Karsten Strack (v.l.) sind drei von sechs, die die Slam-Meisterschaften organisieren. - © FOTO: ANDREAS ZOBE
Markus Freise, Sven Stickling und Karsten Strack (v.l.) sind drei von sechs, die die Slam-Meisterschaften organisieren. | © FOTO: ANDREAS ZOBE
Gipfeltreffen der Poetry-Slammer in Bielefeld - © Kultur
Gipfeltreffen der Poetry-Slammer in Bielefeld | © Kultur

Bielefeld. "Poetry Slam ist das Abgefahrenste, Hipste und Heißeste, was es gibt, immer jung, frisch, aktuell und nie abgehangen", schwärmt der Comedian Ingolf Lück. Er hat sich per Telefon zur Pressekonferenz zugeschaltet. Man spürt: Lück fiebert den 17. Deutschsprachigen Meisterschaften im Poetry Slam vom 6. bis 9. November in seiner Heimatstadt entgegen.

"Dass Bielefeld die Poetry-Slam-Meisterschaften hat, ist der Hammer", sagt der 55-Jährige. Er wird die Eröffnungsgala am 5. November im Theaterlabor moderieren und freut sich darauf, die Darbietungen der besten Slammer im deutschsprachigen Raum genießen zu dürfen. Übernachten werde er übrigens bei Mutti, verrät er.

Information

Die Meisterschaft

  • Vom 6. bis 9. November in diversen Spielstätten in Bielefeld. Die Eröffnung mit den Vorjahressiegern Pierre Jarawan und dem Team "Totale Zerstörung" ist bereits am Dienstag, 5. November, 20 Uhr im Theaterlabor. Ingolf Lück und Marc-Oliver Schuster moderieren die Gala.
  • Das Finale ist am Samstag, 9. November, ab 19.30 Uhr im Ringlokschuppen. Es gibt rund 1.000 Karten, von denen die Hälfte bereits verkauft ist.
  • Karten und Informationen zum Programm gibt es im Internet unter www.slam2013.de

110 Poetinnen und Poeten werden vier Tage lang im Einzelwettbewerb gegeneinander antreten. 24 erreichen das Halbfinale, neun das Finale im Ringlokschuppen. Weitere 40 Dichter kämpfen im Team. Die Teilnehmer kommen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein und haben sich in vorangegangenen Slams für die deutschsprachigen Meisterschaftem qualifiziert.

"Meisterschaft der kurzen Wege"

Und sie kämen gern nach Bielefeld, versichert der Paderborner Karsten Strack, einer von sechs Organisatoren des Spektakels. Denn: "Wir sind die Poetry-Slam-Meisterschaft der kurzen Wege." Die Spielstätten lägen alle in einem Umkreis von rund zwei Kilometern. Das gebe der Community die Möglichkeit, noch näher zusammenzurücken. Zudem sei bundesweit bekannt, dass die Slam-Szene in Ostwestfalen-Lippe sehr lebendig, aktiv und eine der größten in Deutschland sei, führt der Bielefelder Organisator Markus Freise hinzu.

Das gesprochene Wort wird aber nicht nur an den üblichen Austragungsorten gepflegt. Am Nachmittag des 6. November wird die literarische Kunstform auch in der Bielefelder Stadtbahn zelebriert. Fette Preise sind bei dem Wettbewerb nicht zu gewinnen. Das Sportliche und der Spaß stünden im Vordergrund, sagt Freise. Doch wer den Meistertitel erringe, dürfe sich im Anschluss auf viele Einladungen und Auftritte freuen. Immerhin gibt es mehr als 300 Slams im deutschsprachigen Raum.

Neben dem Wettbewerb haben die Organisatoren ein Rahmenprogramm auf die Beine gestellt. Dazu gehört zum Beispiel ein Rap-Slam und ein Singer/Songwriter Slam. Zudem wird wird nur gedichtet, sondern auch gegen den Ball getreten: Der FK Interslam tritt gegen die Sponsorenmannschaft des DSC Arminia Bielefeld an.

Projekt mit Bodelschwinghschen Stiftungen

Bereits im Vorfeld gehen die Organisatoren der Meisterschaft in Schulen in OWL, um Jugendliche für Poetry Slams zu begeistern.
Die Workshops, in denen die Schülerinnen und Schüler auch selbst die Chance bekommen, ihre Gedanken und Gefühle in ersten Slamtexten auszudrücken und darzubieten, weckten großes Interesse, berichtet Markus Freise. Die jungen Leute bekämen einen kreativen Zugang zur Literatur und soziale Fähigkeiten würden geschult, ergänzt Karsten Strack. Mitunter habe das Slammen auch therapeutische Wirkung.

Den will das Organisationskomitee auch in einem Projekt mit den Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel erzielen. In sogenannten Poetry-Demenz-Sessions in Altenpflegeeinrichtungen wird die Erinnerung an einst erlernte Texte angestoßen. "Das ist wie ein Weckruf", so Strack.

Auf das Groß-Ereignis swingt sich die Region bereits im Oktober mit sechs Slams in Bielefeld, Minden und Detmold ein. Das Land NRW und diverse Sponsoren unterstützen die Meisterschaft finanziell. Deren Kosten lägen im "niedrigen sechsstelligen Bereich", so Strack. Außerdem gibt es die Unterstützeraktion "213 Ostwestfalen". Gesucht werden mindestens 213 Menschen oder Unternehmen aus OWL, die bereit sind, die Meisterschaft mit 100 Euro zu unterstützen.

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