Thomas Kellein. - © FOTO: WOLFGANG RUDOLF
Thomas Kellein. | © FOTO: WOLFGANG RUDOLF

BIELEFELD Thomas Kellein kehrt Texas den Rücken

Ex-Kunsthallenleiter Bielefelds blieb nur 15 Monate

Bielefeld (groe). Nach 15 Monaten ist Thomas Kellein, ehemaliger Leiter der Kunsthalle Bielefeld, von seinem Posten als Direktor der Chinati Foundation zurückgetreten. Er werde dem Museum noch für sechs Monate als Berater zur Verfügung stehen, verkündete die Stiftung am 10. April.

Warum der 57-Jährige seinem Traumjob ("Eine so große Ehre, dass ich einfach nicht ablehnen konnte") auf einer ehemaligen Militärbasis in der texanischen Wüste so schnell wieder den Rücken gekehrt hat, darüber äußern sich beide Seiten in dem offiziellen Statement nicht. Kellein war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Das Werk Judds liegt dem Nürnberger besonders am Herzen: Bereits 2002 zeigte er Werke des 1994 gestorbenen Malers, Bildhauers und Architekten in der Bielefelder Kunsthalle.
"Ich möchte die Chinati-Stiftung zum Vorzeigeort eines zeitgenössischen Künstlermuseums in den USA machen – und das im Lauf der nächsten zehn Jahre", hatte Kellein im Dezember 2010 im Interview mit dieser Zeitung gesagt. Der Kunsthistoriker hatte in Marfa einen Fünf-Jahres-Vertrag unterschrieben.

Kelleins Weggang "wirklich enttäuschend"

Kellein habe die Anliegen der Chinati Foundation an mehreren Fronten vorangetrieben, sagt Arlene J. Dayton, Vorsitzende der Stiftung, in der Pressemitteilung. Zwar sei Kelleins Weggang "wirklich enttäuschend, aber wir möchten Thomas alles Beste für seine zukünftigen Unternehmungen wünschen". Kellein erklärt laut Stiftung: "Chinati ist und bleibt ein Ort, der Kunst authentisch und kompromisslos im Einklang mit den Konzeptionen der Künstler zeigt (...) Die Gebäude und die Landschaft, die die Kunst beherbergen, geben der Kunst und den Betrachtern viel Raum zum Atmen. Dankbar wünsche ich meinen Kollegen und dem Vorstand das Beste für die Zukunft", heißt es.

Die Chinati Foundation verfügt über ein Stiftungskapital von zehn Millionen Dollar. Sie will sich nach eigenen Angaben "zu gegebener Zeit" international auf die Suche nach einem neuen Direktor machen.

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