Werner Schlegel in seinem neuen Atelier. - © FOTO: REINHARD ROHLF
Werner Schlegel in seinem neuen Atelier. | © FOTO: REINHARD ROHLF

Neue Arbeiten des Bildhauers Werner Schlegel

Der Kerber Verlag stellt Neuheiten in einem Kunstbuch vor

VON STEFAN BRAMS

Bielefeld. Der Bildhauer und Zeichner Werner Schlegel ist gefragt. Drei Ausstellungen sind in diesem Jahr in Iserlohn, Warburg und Emsdetten geplant. Weitere drei stehen für 2013 fest – in Bremen, Herne und Wadersloh-Liesborn. Begleitend zu den Ausstellungen hat der Bielefelder Kerber Verlag ein Buch aufgelegt, das neue Arbeiten des in Niederntudorf bei Paderborn beheimateten Künstlers in Bild und Textbeiträgen vorstellt. Mit dem neuen Buch wird eine Publikation aus dem Jahr 2005 fortgeschrieben, in dem Schlegels bisherige Werke dokumentiert worden waren.

Schlegel, Träger des Kunstpreises Paderborn, formt mit Kettensäge, Beitel und Eisen aus großen Holzklötzen seine Skulpturen, aber auch wenn er zeichnet, setzt er auf Holz – zum Beispiel auf Pappelholzscheiben. Die "Interaktion von Skulptur und Zeichnung" im Werk Schlegels macht Autorin Andrea Brockmann zum Thema ihres einleitenden Beitrags: "Schlegel simuliert nicht, ahmt auch nicht nach, sondern arbeitet mit einem lebenden Organismus, bezieht dessen natürliche Prozesse in sein Werk ein und verwandelt die Eigenästhetik des gewachsenen Holzes in autonome Kunstformen."

Der Band macht aufs Trefflichste diesen Prozess deutlich, zeigt wie schlichte Holzklötze von dem 58-Jährigen in "Baum-Bilder" verwandelt werden. Deutlich wird auch wie seine derzeit bevorzugten Farben – Weiß und Schwarz – den Skulpturen zusätzlich Ausdruck verleihen. Aber auch Schlegels Zeichnungen auf Papier faszinieren. "Block, Stapel, Stele und Feld tauchen als Motive und Zitate, übersetzt ins kleine Format, in den Zeichnungen auf Papier wieder auf", betont Brockmann, die in ihrem sehr lesenswerten Beitrag eine strukturelle Verbindung zwischen Schlegels Skulpturen und Zeichnungen ausmacht, die "eine Ganzheit bilden" obwohl sie autonome Kunstwerke sind.

"Angebot zur Meditation"

Für Veronika Wiegartz macht Schlegel dem Betrachter mit seiner Kunst "ein Angebot zur Meditation". Gisela Burkamp, ehemalige künstlerische Leiterin des Kunstvereins Oerlinghausen, analysiert versiert die Beziehungen zwischen "Skulptur, Zeichnungen und Licht" bei Schlegel und Hermann Ühlein setzt sich mit Schlegels zum Teil mehr als zwei Meter großen "Raum-Körpern" auseinander, die für ihn wie Male, Totems oder stumme Wächter wirken.

Information
Werner Schlegel; Neue Arbeiten. 98 S., Kerber Verlag, Bielefeld 2012, 33,50 Euro.

Manfred Strecker, ehemaliger Leiter der Kulturredaktion dieser Zeitung, nähert sich unter dem Titel "Tisch und Altar" Schlegels sakralen Installationen wie zum Beispiel dem hölzernen Altar im Andachtsraum des Herz- und Diabeteszentrums in Bad Oeynhausen. Der Band schließt mit Schlegels monumentalen "Menschenbäumen", die aus Stahl geformte "Menschen" eingezwängt zwischen wuchtigen Stämmen zeigen. Großartige Arbeiten, die "Zukunft und Vergänglichkeit" (Brockmann) aufs Trefflichste symbolisieren und den Schlusspunkt eines wichtigen Buches bilden, das die ganze Bandbreite des Schaffens dieses energiegeladenen Bildhauers und Zeichners erschließt.

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