Herforder Kunstverein zeigt Horst Janssens Frühwerke. - © FOTO: RALF BITTNER
Herforder Kunstverein zeigt Horst Janssens Frühwerke. | © FOTO: RALF BITTNER

HERFORD Herforder Kunstverein zeigt Horst Janssens Frühwerk

Ein Künstler auf der Suche

VON RALF BITTNER

Herford. Der Rundgang durch die Ausstellung "Horst Janssen – des Frühwerk" endet so wie er beginnt – mit einem Selbstbildnis des Grafikers und Zeichners. Das eine schuf Janssen 1945, das andere knapp 20 Jahre später 1964. Die Ausstellung des Herforder Kunstwerks gibt mit rund 140 Arbeiten einen Überblick über das Frühwerk Janssens.

"Selbst Janssen-Kenner werden hier Überraschendes entdecken", verspricht Dr. Theodor Helmert-Corvey, Vorsitzender des Herforder Kunstvereins, wo die Ausstellung nach Stade zum zweiten und letzten Mal zu sehen ist. Zu entdecken sind Holzschnitte, Zeichnungen, Lithographien, Radierungen, Aquarelle, das einzige Ölgemälde Janssens und sogar Bastelarbeiten. Die Arbeiten stammen aus dem Horst-Janssen-Museum Oldenburg, Privatsammlungen und dem Besitz der Familie Janssen, darunter noch nie gezeigte Werke des 1995 verstorbenen Janssen, der zu den bedeutendsten deutschen Künstlern der Nachkriegszeit zählt.

Information

Rund um die Ausstellung

  • Horst Janssen. Das Frühwerk, ab Sonntag, 18. September bis zum 27. November im Pöppelmann-Haus, Deichtorwall 2 in Herford.
  • Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 14 bis 18 Uhr, Sonntag 11 bis 18 Uhr.
  • Film: Das Capitol in Herford, Elisabethstraße, zeigt am 3. und 4. November um 19 Uhr den Film "Janssen: EGO" von Peter Voss-Andreae.
  • Vortag mit Dr. Jutta Moster-Hoos: "Der frühe Horst Janssen auf dem Zenit seiner Schaffenskraft?" am Donnerstag, 10. November, 19 Uhr.
  • Die Suche, Horst Janssen– Das Frühwerk, 144 Seiten mit 151 farbigen Abbildungen, Galerie und Verlag St. Gertrude, Verkaufspreis im Museum 24 Euro. 
  • Der Kunstverein im Internet: www.herforder-kunstverein.de (rab)

Neben Zeichnungen entstehen in den frühen Jahren Holzschnitte mit deutlich expressionistischerer Anmutung als es seine späteren Arbeiten vermuten lassen würden. Tiermotive wie "Fuchs und Rabe" oder "Katze blau" erinnern an die ländliche Herkunft Janssens. Nach dem Umzug nach Hamburg liefern Szenen mit städtischem Leben und Elbansichten weitere Sujets. Seine – jetzt exotischen – Tiere findet er nun bei Hagenbeck.

Burg Bimstein nannte er seine Wohnung in der Hamburger Warburgstraße

Nach dem Studium entstehen Auftragsarbeiten wie Einladungskarten und Porträts für den Papierfabrikanten Dessauer, ein Wandteppich für Philipp Reemstma, Farbglasfenster für die Bundesbahn-Direktion Hamburg-Altona und Entwürfe für Dekorative Malerei für das Überseeheim Finkenwerder.

Die Holzschnitte werden detailreicher, Lithographie und Radierung werden mehr und mehr zu seinem Ausdrucksmittel, dazu treten Zeichnungen, Aquarelle und Gouachen. Selbst ein Ölbild ist im Pöppelmann-Haus zu sehen, eine Technik, von der sich Janssen sofort wieder verabschiedete. Illustrationen zu literarischen Vorlagen und eigenen Texten ergänzen die Werkauswahl, die im Pöppelmann-Haus zu sehen ist.

Großstädtische Erlebnisse wie Szenen aus Bars und Begegnungen mit vorbeieilenden Nonnen finden sich bereits in den frühen Arbeiten, ebenso Stadtansichten und Einblicke in die "Burg Bimstein", wie er seine Wohnung in der Hamburger Warburgstraße nannte. Auch sein spezieller ringelnatziger Humor, der sich in seinen Gedichten und Schriften findet, findet bereits in den früheren bildnerischen Arbeiten seine Entsprechung.

Schriften, Fotos, Radierplatten und Druckstöcke ergänzen die Schau, die in Kooperation mit dem Verlag St. Gertrude in Hamburg-Altona entstand.

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