Feierliche Vergabe der Kultursterne des Jahres 2009

250 Gäste in der Bielefelder Hechelei

VON CRISTIAN WEISCHE (FOTOS) UND UNSERER KULTURREDAKTION (TEXT)
Ines Honsel vom "Kaschlupp" aus Detmold und der Schauspieler Dominik Betz, der stellvertretend für den Theaterpädagogen Marcel Kohl den Stern abholte, bekommen von NW-Kulturchef Stefan Brams den Stern des Jahres überreicht. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Ines Honsel vom "Kaschlupp" aus Detmold und der Schauspieler Dominik Betz, der stellvertretend für den Theaterpädagogen Marcel Kohl den Stern abholte, bekommen von NW-Kulturchef Stefan Brams den Stern des Jahres überreicht. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Feierliche Vergabe der Kultursterne des Jahres - © KULTUR
Feierliche Vergabe der Kultursterne des Jahres | © KULTUR

Bielefeld. Bertolt Brecht sprach einst davon, dass "alle Künste zur größten aller Künste beitragen, der Lebenskunst". Eben das haben die zwölf Träger der Kultursterne des Jahres 2009 getan: Sie haben mit ihrer Kunst und ihren kulturellen Veranstaltungen das Leben in Ostwestfalen-Lippe ein Stück lebenswerter gemacht. Dafür wurden sie in Gegenwart von 250 Kulturschaffenden in der Bielefelder Hechelei geehrt.

Seit fünf Jahren verleihen die Neue Westfälische, die Lippische Landes-Zeitung und das Haller Kreisblatt Samstag für Samstag die Kultursterne der Woche und einmal im Jahr die Kultursterne des Jahres. NW-Geschäftsführer Wolfgang Kaeller betonte in seiner Eröffnungsrede: "Diese mittlerweile etablierte Veranstaltung ist ein Beleg dafür, wie vital und vielschichtig die Kulturszene in der Region Ostwestfalen-Lippe ist."

260 Wochensterne, 60 Jahressterne wurden in den vergangenen fünf Jahren vergeben. Thomas Seim, Chefredakteur der NW, sagte in seiner Begrüßungsansprache: "Das ist eine schöne neue Tradition, auf die wir stolz sein können, denn die Kultursterne sind längst zu einem Qualitätssiegel geworden."Seim betonte zudem: "Sie als Kultur- und wir als Zeitungsmacher sind heimliche Verbündete." Für das Jahr 2011 versprachen Kaeller und Seim, erneut ein Sternefest aufzulegen. Eine Ankündigung, die mit reichlich Applaus bedacht wurde.

Kultur nicht nur in Sonntagsreden

Stefan Brams, Leiter der Kulturredaktion der NW, übergab anschließend die Urkunden an die zwölf Preisträger, deren Wirken in Laudationes und eingespielten Filmen gewürdigt wurde. Brams betonte: "Kultur ist nicht nur in Sonntagsreden wichtig für das Miteinander in OWL, sondern jeden Tag. Das sollten sich die Politiker in den Rathäusern merken und nicht beim Blick in ihre Haushaltslöcher immer als erstes daran denken, was sie bei der Kultur weiter einsparen können." Wer das tue, gefährde das menschliche Miteinander, denn Kultur sei ein Lebenselixier.

Musikalisch unterhalten durch das Klarinettenensemble der Bielefelder Philharmoniker, führten die Gäste anschließend intensive Gespräche. Schauspielerin Therese Berger lobte: "Eine schöne Gelegenheit sich jenseits des Theaters mit anderen Kunstrichtungen auszutauschen." Und Cellist Nicolas Altstaedt (27), geboren in Gütersloh, seit zehn Jahren in Berlin lebend; sagte: "Ich finde es bemerkenswert, wie aufmerksam hier verfolgt wird, was Leute aus OWL machen."

Unsere Sterneträger

60 Jahressterne haben die Neue Westfälische, die Lippische
Landes-Zeitung und das Haller Kreisblatt in den vergangenen fünf Jahren
an Kulturschaffende aus der Region verliehen. Die Preisträger des Jahres
2009 sind:

  • Otto Foit, der das Kunstforum im Herz- und
    Diabeteszentrum Bad Oeynhausen leitet und seit 1993 Medizin und Kunst
    miteinander zum Wohl der Patienten verbindet.
  • Der Herforder Fotograf
    Jürgen Escher, der seit mehr als 25 Jahren für Cap Anamur und Adveniat
    an vielen Krisenherden dieser Welt fotografiert.
  • Christoph
    Stiegemann und Martin Kroker, die die Ausstellung "Für Königtum und
    Himmelreich - 1.000 Jahre Bischof Meinwerk von Paderborn" kuratiert
    haben.
  • Der Bielefelder Historiker Daniel Siemens, der mit seinem
    Buch den Horst-Wessel-Mythos entzaubert hat.
  • Der 27-jährige Cellist
    Nicolas Altstaedt, der Haydns Cello-Konzert mit großer Brillanz und viel
    Wagemut neu eingespielt hat.
  • Die Theaterpädagogen Marcel Kohl, Ines
    Honsel und Matthias Brandt, die das Kinder- und Jugendtheater
    "Kaschlupp!" in Detmold bespielen.
  • Kulturmanager Carsten Hormes, der
    mit seinem "Kulturbüro OWL" dafür sorgt, dass Kabarettisten ihren Weg
    bis in die "hintersten Ecken Ostwestfalen-Lippes" finden.
  • Bildhauerin
    Susanne Tunn für die Kapelle am Mindener Krankenhaus, die Kunst und
    Kirche versöhnt und die die Patienten nur die "Arche" nennen.
  • Die
    Kunsthistorikerin Melanie Körkemeier, die jährlich zehn Ausstellungen in
    der Orangerie und im Bleichhäuschen am Wasserschloss Rheda kuratiert.
  • Gaby Wieging und Günter Schlömann, die die Sommerakademie im
    Bönkerischen Steinbruch bei Borgholzhausen zu einer Adresse für Kunst im
    In- und Ausland gemacht haben.
  • Elke Treude und ihr Team für die
    überwältigende "Mythos"-Ausstellung im Lippischen Landesmuseum
    anlässlich des Varus-Jahres.
  • Peter Kuhn für sein zwölfjähriges
    schöpferisches Wirken als Generalmusikdirektor der Bielefelder
    Philharmoniker.

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