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Stefan Duksch hat das Spiel "Victorian Masterminds" getestet. - © Wolfgang Rudolf
Stefan Duksch hat das Spiel "Victorian Masterminds" getestet. | © Wolfgang Rudolf

Ducksch spielt Familienspiel mit cleverem Kern

„Victorian Masterminds“ ist ein Spiel, an dessen überschäumender Originalität man sich einfach nur erfreuen kann.

Stefan Ducksch
13.08.2019 | Stand 13.08.2019, 14:41 Uhr

Manchmal, so ganz heimlich und kurz, wäre doch jeder gerne mal ein Superschurke. Wie zum Beispiel Blofeld, der Joker oder auch Dr. Feinfinger. Das üppig ausgestattete Brettspiel „Victorian Masterminds" lässt uns das eine Stunde lang ausleben. Wir machen diese bösen Dinge: Bauen irrsinnige Weltzerstörungsmaschinen. Klauen komplette Gebäude, Universitäten mit Wissenschaftlern, die dann für uns arbeiten müssen. Sogar den Eiffelturm oder den Kreml sacken wir ein, alles als hübsche Miniaturen mit im Karton. Die trägen Geheimdienste kommen uns nur langsam auf die Spur. So lange raffen wir zusammen, was geht. Rein mechanisch betrachtet ist dies hier ein aufgeblähtes Familienspiel mit einem ziemlich cleveren Kern: Wir haben fünf Komplizen, die wir verdeckt an fünf Orten der Welt auslegen. Sind dort drei versammelt, treiben sie ihr Unwesen, blockieren sich gegenseitig und bringen uns Vorteile. Das ist spielerisch überschaubar und wirkt nur dank der Kulissen, Figuren und Maschinen wie großes Kino. Man kann das jetzt überproduziert finden – oder sich an so viel überschäumender Originalität einfach nur erfreuen. „Victorian Masterminds"von Antoine Bauza & Eric M. Lang (CMON/Vertrieb Asmodee); für 2-4 Spieler ab 10 Jahren, ca. 45-60 Minuten, ca. 50 Euro.

realisiert durch evolver group