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Das Foto zeigt eine der mittelalterlichen Corveyer Buchhandschriften, die sich seit September 1812 im Bestand der Universitätsbibliothek Marburg befinden. - © Susanne Saker
Das Foto zeigt eine der mittelalterlichen Corveyer Buchhandschriften, die sich seit September 1812 im Bestand der Universitätsbibliothek Marburg befinden. | © Susanne Saker

Klosterbibliothek Bücherschatz aus Corvey wird digitalisiert

Die Handschriftenbestände aus dem Kloster Corvey werden durch die Universitätsbibliothek Marburg online verfügbar gemacht. Das Projekt beginnt zum Wintersemester 2019/20.

Stefan Brams
12.08.2019 | Stand 12.08.2019, 17:41 Uhr

Marburg/Höxter. Die Marburger Universitätsbibliothek digitalisiert den Bücherschatz aus dem Kloster Corvey in Höxter. Dabei werden alle bekannten Handschriftenbestände aus Corvey online verfügbar gemacht, wie die Universität mitteilte. Die Klosterbibliothek Corvey war eine der bedeutendsten Bibliotheken des Mittelalters. Mit der Säkularisierung des karolingischen Klosters wurde sie 1803 aufgelöst, der Bestand größtenteils zerstreut. Insgesamt sei heute der Aufbewahrungsort von rund 160 aus Corvey stammenden Buchhandschriften bekannt, erklärte die Universität. Sie stehen den Angaben zufolge in weltweit 50 Bibliotheken, Archiven und Museen. So befänden sich in der Marburger Universitätsbibliothek und der Erzbischöflich Akademischen Bibliothek Paderborn 60 mittelalterliche Bücher, hieß es. Dabei handele es sich um die zwei größten noch zusammenhängenden Bestände Corveyer Handschriften. Ein Beitrag zur Rekonstruktion der mittelalterlichen Bibliothek Das Projekt startet zum Wintersemester 2019/20. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Projekt mit insgesamt 71.500 Euro für 12 Monate. „Durch das gemeinsame Vorhaben der Universitätsbibliothek Marburg und der Erzbischöflich Akademischen Bibliothek Paderborn werden wir maßgeblich dazu beitragen, eine der kulturell bedeutendsten Bibliotheken des Mittelalters zu rekonstruieren", sagt Andrea Wolff-Wölk, Direktorin der Universitätsbibliothek Marburg. Auch alle weiteren bekannten Corveyer Handschriften werden erfasst Während des Projekts werden die Marburger und Paderborner Handschriften an der Universitätsbibliothek Marburg digitalisiert und online zugänglich gemacht. Außerdem werden auch alle weiteren bekannten Corveyer Handschriften in der digitalen Sammlung erfasst und mit ihren digitalen Reproduktionen verlinkt. „Denn auch in zahlreichen anderen Einrichtungen weltweit finden sich weitere Handschriften und Fragmente Corveyer Provenienz, insbesondere aus der Karolingerzeit", sagt Wolff-Wölk. Das Vorhaben knüpft an das Projekt „Kloster und Schloss Corvey als Orte abendländischer Bildungs- und Mediengeschichte" an, das am Lehrstuhl für Materielles und Immaterielles Kulturerbe UNESCO der Universität Paderborn vonEva Maria Seng in Kooperation mit der Erzbischöflich Akademischen Bibliothek Paderborn in den Jahren 2008 bis 2010 unter Beteiligung der Philipps-Universität Marburg veranstaltet wurde.

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