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David Riedel (l.) und Nikolaus Nadrag präsentieren das Böckstiegel-Gemälde „Lindenallee“. - © Wolfgang Rudiolf
David Riedel (l.) und Nikolaus Nadrag präsentieren das Böckstiegel-Gemälde „Lindenallee“. | © Wolfgang Rudiolf

Frühwerk Bedeutendes Böckstiegel-Gemälde kehrt nach Bielefeld zurück

Der westfälische Expressionist malte das Bild „Lindenallee“ im Jahr 1911. Es zeigt eine Straßenszene in Werther. Dem Werk kommt eine wichtige Bedeutung zu.

Stefan Brams
12.08.2019 | Stand 12.08.2019, 15:05 Uhr

Bielefeld. Im Jahr 1911 hat der westfälische Expressionist Peter August Böckstiegel das Bild „Lindenallee" gemalt. Es zeigt in einer facettenreichen Farbigkeit und pastosen Malerei eine von Linden bestandene Straße in Werther. Das Werk gehört laut David Riedel, Leiter des Museums Peter August Böckstiegel, „zu den frühesten bekannten Bildern des Malers aus Werther-Arrode". Es sei ein bedeutendes Frühwerk des Künstlers, betont Riedel zudem. Anfang der 1930er Jahre sei das Bild in den Besitz einer kunstsinnigen Bielefelder Familie übergegangen. „Dort blieb es bis vor kurzem", so Riedel. Doch Anfang dieses Monats ist das Werk nach Ost-Westfalen-Lippe zurückgekehrt und nun Teil einer Bielefelder Privatsammlung geworden. Vermitteln konnte es der Bielefelder Kunsthändler Nikolaus Nadrag, der mit der früheren Besitzerin aus der Bodenseeregion in Kontakt gekommen war. Das Bild zeigt Böckstiegels frühe Beschäftigung mit van Gogh Im vergangenen Jahr war das Bild in der Ausstellung „Kosmos Böckstiegel" in Paderborn-Schloß Neuhaus ausgestellt, davor zuletzt auf wenigen Böckstiegel-Ausstellungen in Münster (1989) und Bielefeld (1997 / 2007). „Bedeutsam ist das Bild auch deshalb, weil es sich um eine besonders frühe Beschäftigung Böckstiegels mit dem Künstler Vincent van Gogh handelt, schon ein Jahr, bevor er auf der Sonderbund-Ausstellung in Köln 1912 eine große Zahl von Gemälden des holländischen Künstlers sah", wie Riedel betont. Mehrere Böckstiegel-Werke werden ab Oktober in Frankfurt zu sehen sein Wie wichtig dieser Einfluss nicht nur auf Böckstiegel, sondern auf eine ganze Generation von deutschen Künstlerinnen und Künstlern war, zeigt ab Oktober eine große Ausstellung, „Making van Gogh – die Geschichte einer deutschen Liebe" im Städel Museum in Frankfurt. Dort sind auch mehrere Werke Böckstiegels zu sehen, darunter das berühmte „Selbstbildnis" von 1913 aus dem Besitz des Museums in Werther, das dann neben einem Porträt van Goghs hängen wird.

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