Schauspielerin Lisa Martinek vor zwei Monaten in Berlin bei der Verleihung des 69. Deutschen Filmpreises "Lola". - © picture alliance/dpa
Schauspielerin Lisa Martinek vor zwei Monaten in Berlin bei der Verleihung des 69. Deutschen Filmpreises "Lola". | © picture alliance/dpa

Drama auf dem Meer Lisa Martineks "tödlicher Sprung"

Die 47-jährige deutsche Schauspielerin starb nach einem Bad im Meer vor der Insel Elba. Trotz schneller Notfallmaßnahmen kam jede Hilfe zu spät

Julius Müller-Meiningen
01.07.2019 | Stand 01.07.2019, 17:18 Uhr

Rom. "Tödlicher Sprung" titelte die große Tageszeitung der italienischen Toskana La Nazione ihren Bericht über den Tod der deutschen Schauspielerin Lisa Martinek. Sie war am Freitag vor der Insel Elba nach einem Bad im Meer ums Leben gekommen. Martinek, die in zahlreichen TV-Produktionen mitwirkte, spielte auch in der Tatort-Folge „Künstliche Intelligenz" aus München mit. Bekannt war Martinek unter anderem als Kommissarin Clara Hertz in der ZDF-Krimiserie „Das Duo" (2006-2012), 2018 spielte sie eine blinde Anwältin in der Serie „Die Heiland – Wir sind Anwalt." Für die Serie sollten sechs weitere Folgen gedreht werden. In der ZDF-Krimireihe „Schwartz&Schwartz" war Martinek als Mitarbeiterin in der Mordkommission zu sehen. Auch in Italien liefen TV-Produktionen, an denen Martinek mitwirkte. Völlig unerwarteter Schwächeanfall Seit 2002 lebte Martinek mit dem in Italien geborenen Schauspieler Giulio Ricciarelli zusammen, das Paar lebte in München und Berlin. Ende Juni befand sich die Familie im Urlaub auf der Toskana-Insel Elba. Bei einem Bad am Freitag im Nordwesten der Insel erlitt die Schauspielerin völlig unerwartet einen Schwächeanfall. Trotz der Notfallmaßnahmen und dem Transport per Helikopter in das Krankenhaus der nahegelegenen Kreisstadt Grosseto kam letztlich alle Hilfe für Martinek zu spät. „Lisa fühlte sich schlecht, als sie vor Sant'Andrea badete: ein plötzlicher Schwächeanfall, bei ruhigem Meer und völlig normaler Wassertemperatur", schrieb La Nazione. Der Hergang des Badeunfalls am Freitag gegen 14 Uhr wird folgendermaßen beschrieben. Martinek sei von einem Boot, das an einem der schönsten Orte der Insel Elba im Meer vor der Ortschaft Sant'Andrea ankerte, ins Wasser gesprungen. Sofort nach dem Sprung habe sie im Wasser das Bewusstsein verloren. Ihr Ehemann Giulio Ricciarelli, der mit den drei Kindern des Paares an Bord war, habe den Ernst der Lage sofort erkannt. Nach Darstellung italienischer Medien barg Ricciarelli den Körper, schaffte ihn an Bord und steuerte schnellstmöglich die Insel an. Eine Krankenschwester, die sich zufällig an dem Strand von Sant'Andrea befand, an dem Ricciarelli anlegte, leistete erste Hilfe. Mit Hubschrauber ins Krankenhaus Martinek wurde anschließend in einem zu Hilfe geholten Krankenwagen behandelt und in den nahe gelegenen Ort Marciana transportiert. In der Zwischenzeit war aus Grosseto ein Helikopter nach Elba geflogen. Der Helikopter transportierte die 47-Jährige schließlich ans Festland und in das 70 Kilometer entfernte Krankenhaus Grosseto. Dort konnten die Ärzte nach Darstellung von „La Nazione" nur noch den Tod der Frau feststellen. Martinek, die ihren Namen aus erster Ehe als Künstlernamen behielt, hinterlässt drei Kinder. Noch wenige Tage vor ihrem Toskana-Urlaub hatte sich Martinek auf einem Berliner Sommerevent auf dem Roten Teppich gezeigt.

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