Ende 2018: Mehr als die Hälfte der 100 Nutzer haben sich vor dem neuen Kulturhaus versammelt. Unter ihnen Marlena Dorniak (r. außen kniend) und Stephan Berkowitz (5. v. rechts) vom Vorstand des Kulturhaus-Vereins. Foto: Martin Kuschel - © Martin Kuschel
Ende 2018: Mehr als die Hälfte der 100 Nutzer haben sich vor dem neuen Kulturhaus versammelt. Unter ihnen Marlena Dorniak (r. außen kniend) und Stephan Berkowitz (5. v. rechts) vom Vorstand des Kulturhaus-Vereins. Foto: Martin Kuschel | © Martin Kuschel

Kultur Kulturhaus steht kurz vor dem Start

Geschafft: 100 Künstler, Fotografen, Musiker, IT-Spezialisten, Maler und Kreative können ab Februar in der Ex-Fachhochschule an der Werner-Bock-Straße ihre Ateliers beziehen. Das Projekt ist befristet

Bielefeld. Am 23. Dezember vor einem Jahr titelte die Neue Westfälische„Kulturhaus-Initiative steht im Regen". Dazu war ein Bild zu sehen, das die Kultur-Aktivisten unter einem Regenschirm mit enttäuschten Gesichtern vor der Fachhochschule an der Werner-Bock-Straße zeigte. Kurz zuvor hatten die zwölf Aktiven erfahren, dass es nichts wird mit der befristeten Nutzung des ehemaligen Labortrakts der FH als Kulturhaus. Zu aufwendig sei es, die Umnutzung des Gebäudes voranzutreiben. Zumal das Projekt auf ein Jahr befristet sei, hieß es damals seitens der Stadt. „Wir sind auf der Zielgeraden" Ein Jahr später hat sich das Bild gewandelt. „Das Kulturhaus kommt", verkünden Marlena Dorniak und Stephan Berkowitz, die beiden Vorstandsvorsitzenden des Vereins „Kulturhaus Bielefeld" mit freudigen Gesichtern. „Wir sind auf der Zielgeraden und gehen davon aus, dass das Haus im Februar 2019 zunächst für ein Jahr an den Start gehen kann", betont Berkowitz, der sich seit vier Jahren zusammen mit elf weiteren Mitstreitern für das Kulturhaus-Projekt stark macht. Der Vorstand sei sich handelseinig mit der Stadt. „Ein paar Details müssen noch geklärt und dann die Verträge unterzeichnet werden", so Dorniak und Berkowitz im Gespräch mit der NW. Man sei hoch erfreut, wie gut die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Ämtern, wie dem Kultur- und Bauamt und dem Immobilien-Service der Stadt gelaufen sei. "Plötzlich kam eine ganz neue Dynamik in die Sache" Zur Wende in Sachen Kulturhaus kam es nach den 19 Holzhausgesprächen der NW über die Kultur in Bielefeld, in denen sich die Mehrheit der Gäste ebenfalls vehement für ein Kulturhaus aussprach. Auch Mitglieder der Initiative hatten in einem der Gespräche nochmals ihr Projekt erläutert und betont: „Wir streiten weiter für ein Kulturhaus". Mit Erfolg: „Nach den Artikeln in der NW hat der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB), der das Gebäude für das Land verwaltet und an die Stadt vermietet hat, sich bei uns gemeldet", erinnert sich Berkowitz. „Und plötzlich kam eine ganz neue Dynamik in die Sache, so dass wir in zahlreichen weiteren Gesprächen mit der Stadt schließlich handelseinig werden und offensiv Nutzer suchen konnten." "Die Raumverteilung ist schon abgeschlossen" Die stehen nun fest. 100 Künstler, Fotografen, Tänzer, Theaterleute und Performer, Maler, Graffiti-Künstler, Musiker, Autoren und IT-Spezialisten im Alter zwischen 20 und 70 Jahren werden demnach ab Februar in die 42 Büro- und Atelierräume einziehen. „Die Raumverteilung ist schon abgeschlossen", betont Dorniak, die darauf hinweist, dass es noch deutlich mehr Anfragen gegeben habe. Was zeige, wie wichtig es sei, „dass es dieses Haus nun gibt". Enttäuschen musste der Kulturhaus-Verein allerdings zahlreiche Bands, die auf Probenräume im Keller gehofft hatten. „Aus Brandschutzgründen, es fehlt ein zweiter Fluchtweg, können wir ihnen leider keine Probenräume anbieten, wie wir zunächst geplant hatten", sagt Berkowitz. Aber man werde weiter an dem Thema arbeiten, verspricht er. 2.200 Quadratmeter Nutzfläche stehen zur Verfügung Insgesamt stehen den künftigen Nutzern 2.200 Quadratmeter Fläche im Erdgeschoss der FH zur Verfügung. Neben den Atelierräumen gebe es zusätzliche Gruppen- und Gemeinschaftsräume, die temporär für Veranstaltungen genutzt werden können. „Es soll ja auch ein Haus der Begegnung nicht nur zwischen den unterschiedlichen Disziplinen im Gebäude selbst, sondern auch mit der Öffentlichkeit werden", betonen die beiden Vereinsvorsitzenden. Das sei Teil des Konzepts. Einen Wermutstropfen gibt es aber auch: das Kulturhaus wird es vorerst nur für ein Jahr geben, da der BLB das gesamte FH-Gebäude für das Land verkaufen möchte. Daher sei der der Nutzungsvertrag auf Ende 2019 begrenzt. „Doch wer weiß schon, was in einem Jahr ist. Wichtig ist erstmal, dass das Haus jetzt an den Start gehen kann", so Berkowitz und Dorniak. Kontakt: info@bielefelder-kulturhaus.de

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