Stammt aus Rumänien: Herta Müller. Foto: Jörg Stuke - © Jörg Stuke
Stammt aus Rumänien: Herta Müller. Foto: Jörg Stuke | © Jörg Stuke

Kultur Herta Müller zu Gast in Detmold

Das Literaturbüro OWL nimmt für ein Wochenende die zeitgenössische rumänische Literatur in den Blick

Stefan Brams

Stefan BramsSeit nunmehr 18 Monaten leitet Iris Hennig als Nachfolgerin von Brigitte Labs-Ehlert das Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe mit Sitz in Detmold. „Es ist uns in dieser Zeit gelungen, unser Profil weiter zu schärfen und alle Altlasten abzutragen“, zieht die 46-Jährige im Gespräch mit dieser Zeitung Bilanz und betont: „Von Horizonten nicht nur träumen, sondern dahinter blicken und neue Sichtweisen eröffnen, das möchten wir mit unseren Veranstaltungen erreichen.“ Drei Handlungsfelder bilden laut Hennig die Schwerpunkte der Arbeit des Literaturbüros. Neben dem literarischen Programm gilt ein wichtiges Augenmerk der Literaturvermittlung für junge Leser und Multiplikatoren. Dazu gehören Angebote in Schulen, Familienlesungen sowie Fortbildungen. Den dritten Schwerpunkt bildet die Autorenförderung selbst. Gelungen ist es Hennig und ihrem Team in diesem Jahr, Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller zu einer Veranstaltung nach Detmold zu holen. Unter dem Titel „Noi Orizonturi“ widmet das Literaturbüro vom 5. bis 7. Oktober 2018 ein Wochenende der zeitgenössischen rumänischen Literatur. Die Veranstaltung eröffnet Herta Müller am Freitag, 5. Oktober, um 19.30 Uhr im Konzerthaus Detmold. Im Gespräch mit dem Übersetzer und Herausgeber Ernest Wichner erzählt sie von der Kindheit in Rumänien, vom Erwachsenwerden und dem erwachenden politischen Bewusstsein, von den frühen Begegnungen mit der Literatur und den Konflikten mit der Diktatur des Kommunismus. Müller liest auch aus ihren Werken. Zudem geben an den weiteren Tagen die Autoren Lavinia Branite, Liliana Corobca und Filip Florian gemeinsam mit weiteren Künstlern Auskunft über die Vielfalt der rumänischen Gegenwartsliteratur. In der Reihe „Dorfgeschichten“ liest Dominique Horwitz am 20. und 21. November im Freilichtmuseum Detmold aus Philip Roths Roman „Verschwörung gegen Amerika“. Roths Gedankenexperiment ist ein meisterhaftes Werk über die Demokratie und ihre Gefährdung von innen, in dem eine feinfühlige Erzählung über den Einbruch des Politischen ins Private mitschwingt. Mit poetischen Bildern und mitreißendem Erzählfluss wird das Detmolder Haus Münsterberg zu Beginn der Adventszeit dann von der Reihe „Wörterleuchten“ erhellt. Am 30. November ist die Schriftstellerin Zsuzsa Bánk zu Gast, ihr Roman „Schlafen werden wir später“ ist eine Feier der Freundschaft und des Lebens; eine Woche später – am 7. Dezember – liest Clemens Meyer aus seinen Erzählungen „Die stillen Trabanten“. Zudem sind an den Abenden in Schauspielerlesungen Texte zu hören, die von Zsuzsa Bánk und Clemens Meyer ausgewählt wurden. ´ Das gesamte Programm, Karten (ab 10. September) für die Veranstaltungen sowie eine Übersicht über das Leseförderprogramm „Lies mal“ und die Angebote zur Autorenförderung gibt es unter www.literaturbuero-owl.de sowie unter Tel. (0 52 31) 30 80 210.

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