Musikfans: Samira Khodaei (v.l.), Lena Schekelmann, Feride Ciftci (Sponsor DGB Jugend) und Maik Lehmann. Foto: Wolfgang Rudolf - © Wolfgang Rudolf
Musikfans: Samira Khodaei (v.l.), Lena Schekelmann, Feride Ciftci (Sponsor DGB Jugend) und Maik Lehmann. Foto: Wolfgang Rudolf | © Wolfgang Rudolf

Kultur Musikfestival im Bauernhausmuseum

Fünf Bands, fünf Stile: Die WG „Noch jemand Wein?“ lässt am kommenden Samstag ein Sommerfest steigen. Neben Musik von Bielefelder Künstlern gibt es ein kulturelles Rahmenprogramm mit einem Live-Hörspiel und einer Kunstinstallation

Anke Groenewold

Bielefeld. Eine fünfköpfige Wohngemeinschaft, die sich „Noch jemand Wein?“ nennt, lädt sich seit über zwei Jahren Musiker aus aller Welt in ihr Wohnzimmer im Bielefelder Westen. Jetzt geht’s raus aus der guten Stube und rein ins Bauernhausmuseum: Am Samstag, 11. August, werden fünf regionale Bands auf der Bühne des Museums zu erleben sein. Das Festival beginnt um 12 Uhr, das Musikprogramm um 14 Uhr. Genau vor einem Jahr hatten Samira Khodaei, Lena Schekelmann, Maik Lehmann, Rick Davids und Kathrin Henneberger einen nichtöffentlichen Probelauf im Bauernhausmuseum gestartet. Damals traten drei Bands auf. Und weil das den Besuchern gut gefiel, beschloss die WG aus Berufstätigen und Studierenden, in diesem Jahr ihr erstes öffentliches Festival auf die Beine zu stellen – diesmal eine Nummer größer. Denn um die fünf Acts rankt sich ein familienfreundliches Rahmenprogramm. „Wir dachten, so ein Format könnte Bielefeld gut tun“, sagt Maik Lehmann, „und wir haben auch selbst Lust darauf.“ Seit einem Jahr planen und organisieren sie das Fest ehrenamtlich. Tönt es im Wohnzimmer der fünf Musikfans international, so haben sie sich für das Festival bewusst für Bielefelder Akteure entschieden: „Für die ist es mitunter schwierig, hier Auftritte zu bekommen“, sagt Samira Khodaei. Ziel war es auch, nicht nur eine Musikrichtung zu bieten, sondern möglichst viele, ergänzt Maik Lehmann. Die älteste Band sind die „Worried Men“, die sich Anfang der 1960er Jahre in Bielefeld gründeten und auf zum Teil selbstgebauten Instrumenten Skiffle mit Elementen von Blues, Folk, Bluegrass und Rock spielen. Erst in diesem Jahr hat sich die Electropop-Band „Fluoxcity“ gegründet. Sie musste sich für ihrer erstes, offizielles Konzert mit dem Songschreiben sputen, denn jede Band bekommt rund eine Stunde Zeit, sich zu präsentieren. Das Trio „La Mer Étale“ spielt vorwiegend instrumentale Stücke, die zwischen Postrock, Ambient und Indie angesiedelt sind. Die Singer/Songwriterin Luisa Müller tritt als Akustik-Duo mit Vincent Linde auf und serviert eine Mischung aus Pop, Jazz, Funk und Soul. Zwei Musiker und ein Roboter ergeben zusammen „Zweipunktzwei“ – Elektrik trifft auf Elektronik, treibende Gitarre auf groovenden Drumcomputer, funky Bass auf psychedelische Sample-Beats. Das Museum bietet Themenführungen an, es gibt Pizzabacken im Steinofen, ein historisches Live-Hörspiel der studentischen Theatergruppe „Einimethe“, eine Kunstinstallation in der kleinen Mühle sowie Spiele für Kinder. Das Fest soll gegen 22.30 Uhr enden. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht. Über 200 kostenlose Tickets wurden bereits verteilt. Es wird aber auch noch vor Ort von 12 bis 16 Uhr Tickets geben. Um das Fest finanzieren zu können, hat die WG mehrere Sponsoren gewonnen, darunter das Land NRW und den DGB. ?https://nochjemandwein.de

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