Anna-Maria Zimmermann trennt sich von Pop-Titan Dieter Bohlen und macht ihm böse Vorwürfe. - © picture alliance
Anna-Maria Zimmermann trennt sich von Pop-Titan Dieter Bohlen und macht ihm böse Vorwürfe. | © picture alliance

Rietberg Anna-Maria Zimmermann wirft Bohlen Lügen vor: „Ich fühle mich wie Dieters Resterampe“

Der Musikproduzent brachte mindestens zwei nicht ganz neue Songs auf dem aktuellen Album der Rietberger Schlagersängerin unter. Das hat er ihr laut Zimmermann verschwiegen, wie eine E-Mail von ihm beweisen soll

Johannes Hülstrung
07.06.2018 | Stand 07.06.2018, 17:16 Uhr

Rietberg. Jetzt legt Anna-Maria Zimmermann nach. Gerade einmal drei Tage war ihr Album „Sorgenfrei" alt, da war schon wieder Schluss zwischen ihr und Produzent Dieter Bohlen. Nachdem der „Pop-Titan" ihre Vorwürfe, er habe ihr zwei alte Songs untergejubelt, relativiert hat, wird die Rietberger Schlagersängerin im Gespräch mit der Neuen Westfälischen deutlicher. „Ja klar", sagt sie, Bohlen habe sie belogen. Nicht alle der 14 Lieder, die Dieter Bohlen für das Album komponierte und produzierte, sind neu. Der größte Streitpunkt ist der vorletzte Titel „Mit dem Herz durch die Wand". Er wurde bereits von Vanessa Mai gesungen. Eine E-Mail als Beweis „Das ist ein Skandal! Ich fühle mich wie Dieters Resterampe", sagt Zimmermann. „Erst gehe ich davon aus, den Song exklusiv zu haben. Plötzlich erfahre ich, dass es ihn schon von einer Kollegin gibt, und dann auch noch bei einem anderen Label." Zimmermanns Album erschien bei Electrola, Mai steht bei der früheren Bertelsmann-Tochter Ariola (jetzt Sony Music Entertainment) unter Vertrag. Bohlen habe ihr verschwiegen, dass Mai den Song veröffentlicht hatte. „Er hat mir gesagt, sie habe nur ein Demo davon aufgenommen, das ihr dann aber nicht gefiel." Dieses Versprechen habe sie sogar schriftlich. Aus einer E-Mail von Dieter Bohlen an Zimmermann vom 18. Januar, die der Redaktion vorliegt, geht das auch ziemlich eindeutig hervor. Angehängt sind zwei MP3-Dateien – darunter „Mit dem Herz durch die Wand". Bohlens Management schweigt Tatsächlich machte Mai das Lied zum Bonustrack auf der limitierten Special-Edition ihres Albums „Regenbogen", das im August 2017 erschien. „Genau das habe ich Anna-Maria auch gesagt", behauptet Bohlen gegenüber der Bild. Laut Zimmermann hat er ihr aber nicht nur beim ersten Angebot, sondern auch später im Studio versichert, Mai habe den Song abgelehnt. Für sie ist klar: Bohlen lügt. Eine Anfrage der Neuen Westfälischen bei dessen Management blieb unbeantwortet. Der zweite Aufreger heißt „1, 2, 3, 4: Heute Nacht da feiern wir!" und ist Zimmermanns neue Radio-Single. Das Original veröffentlichte die von Bohlen produzierte Boyband Touché im Jahr 1998 unter dem Titel „Kids in America" auf ihrem gleichnamigen Album. Davon habe sie ebenfalls nichts gewusst, sagt Zimmermann. Was diesen Song angeht, ist sie zwar entspannter. „Aber auch das hätte Dieter uns sagen müssen." Auszeit für den Pop-Titan Der 64-Jährige sieht das offenbar anders. Er verweist sogar darauf, dass er mit dieser Masche schon einmal sehr erfolgreich gefahren sei. Mit „Ich sterb für dich", einer Neuauflage von Touchés „And When I Die", habe Vanessa Mai ihren größten Hit gehabt. Vor einigen Wochen hatte Bohlen eine berufliche Auszeit angekündigt. Er wolle sich mehr auf seine Familie konzentrieren. Selbst im Urlaub habe er jeden Tag frühmorgens komponiert, bevor seine Kinder aufwachten. Dadurch kamen Vermutungen auf, er habe seine alten Songs einfach aus Zeitdruck recycelt. Zu diesem Eindruck passt, dass Zimmermann mit ihrem inzwischen sechsten Studioalbum so schnell war wie nie zuvor. Nur rund ein Jahr ist seit dem Vorgänger „himmelbLAu" vergangen. Dessen Vorlaufzeit war mehr als doppelt so lang gewesen. Weitere Zusammenarbeit ausgeschlossen Offen bleibt die Frage, wie Schlagerprofi Zimmermann in einem Zeitraum von einem knappen halben Jahr nicht bemerken konnte, was den Fans sofort auffiel. „Wenn ich meine Arbeit mache, konzentriere ich mich nur auf mich selbst und höre nicht noch nebenbei die Platten von Kollegen", sagt die 29-Jährige dazu. Ihre Fans diskutieren aktuell sogar einen dritten Song ihres Albums. „Einmal noch" klinge verdächtig nach Andrea Bergs „Wunderland", das 2016 ebenfalls Bohlen komponierte und produzierte. Zimmermann sagt dazu nichts. Kennengelernt hat sie Dieter Bohlen 2005 in der dritten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar". Jetzt haben beide Seiten nach nur einem gemeinsamen Album eine weitere Zusammenarbeit ausgeschlossen. Wer ihre Musik in Zukunft schreiben und produzieren soll, ist für Zimmermann derzeit kein Thema.

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