Axel Stein: "Ich bin unheimlich ehrgeizig"

Der Schauspieler stellt auf der Berlinale sein Regiedebut "Tape_13" vor

Axel Stein: "Ich bin

unheimlich ehrgeizig" - © Berlinale
Axel Stein: "Ich bin
unheimlich ehrgeizig" | © Berlinale

Berlin. Nicht nur etablierte Regisseure, auch der Film-Nachwuchs stellt auf der Berlinale seine Arbeiten vor. "Die Perspektive Deutsches Kino" zeigt inhaltliche und stilistische Trends beim deutschen Film-Nachwuchs und gibt einen Ausblick auf das zukünftige Profil des deutschen Kinos.

Unter den zwölf Filmen findet sich auch der Horrorfilm "Tape_13", die erste Regiearbeit des Schauspielers Axel Stein ("Harte Jungs"). In einer ruhigen Minute sprach der stolze Jung-Regisseur mit Hanna Irabi über den Wechsel hinter die Kamera, persönlichen Ehrgeiz und die Grausamkeit der eigenen Fantasie.

Lange war Axel Stein, 32, abonniert auf die Rolle des lustigen Dicken. Die ganze Republik kannte ihn als einfältigen Hausmeister Krause-Sohn Tommy. Nun hat er sich nicht nur optisch stark verändert, sondern wechselt vorübergehend auch das Genre. Auf der Berlinale stellte Stein stolz sein Regiedebüt "Tape_13" vor: einen Horrorstreifen in "Blair Witch Project"-Manier.

Axel Stein wechselt von der Komödie zum Horror. - © FOTO: HANNA IRABI
Axel Stein wechselt von der Komödie zum Horror. | © FOTO: HANNA IRABI

Stein, der aktuell neben Moritz Bleibtreu und Anna Maria Mühe in der Komödie "Nicht mein Tag" im Kino zu sehen ist, hat schon lange mit dem Gedanken gespielt, hinter die Kamera zu wechseln. Obwohl er bisher ausschließlich in Komödien spielte, sei er privat "ein riesen Horrorfilmfan".

Anstelle von spritzendem Blut und splitternden Knochen bevorzugt der Wuppertaler jedoch den subtilen Grusel. "Das Grausamste ist doch die eigene Fantasie. Wenn ich einen Film sehe, in dem eigentlich nichts passiert, aber ich mir etwas Schreckliches ausmale, bekomme ich sofort eine Gänsehaut." Dieses Konzept, bekannt aus Filmen wie "Blair Witch Project" oder "Paranormal Activity" hat er für seinen Film adaptiert.

Der Plot, gedreht in der Eifel mit einem jungen Schauspielensemble, ist schnell erzählt: Ann (Nadine Petry) und Gero (Lars Steinhöfel), ein junges Liebespaar, werden zu einem Partywochenende in einem abgelegenen Ferienhaus eingeladen. Nach einer spielerischen Geisterbeschwörung schlägt die gute Stimmung in mulmiges Unbehagen um, denn die seltsamen Vorkommnisse häufen sich: Aus dem Wald kommen seltsame Geräusche, Wasserhähne fangen selbstständig an zu laufen, Taschen finden sich durchwühlt. Steckt der alte Kauz aus dem Wald hinter den Ereignissen? Oder ist es Gero, der mit seiner Kamera alles und jeden filmt und dem es Spaß macht, den anderen einen Schrecken einzujagen?

Stein ist sichtbar stolz, dass er sein Regiedebüt auf der Berlinale zeigen kann. "Für mich ist das wie ein Ritterschlag", sagt er. Regie zu führen sei "eine ganz andere Nummer" als Schauspiel – am Anfang saß er vor einem leeren Blatt Papier, am Ende sei er für jeden Moment des Films selbst verantwortlich.

Stein glaubt, dass seine Erfahrung als Schauspieler ihm auch als Regisseur geholfen hat. "Jeder hat seine eigene Art, als Regisseur mit den Schauspielern umzugehen, da spielt ja auch Psychologie eine Rolle, ob man es schafft, die Schauspieler zu motivieren", sagt Stein.

Es sei nicht immer leicht, den richtigen Zugang zu den unterschiedlichen Typen zu finden; den Kniff, der ihnen hilft, sich vor der Kamera fallen zu lassen. Dazu komme der Zeitdruck, da jeder Drehtag sehr kostenintensiv sei. Stein selber sagt, er brauche als Schauspieler in dieser Situation "jemand, der mir auch mal in den Arsch tritt". Und das tue er meistens selber.

"Ich bin unheimlich ehrgeizig", sagt Stein, "das hört sich erstmal gut an, hat aber auch Nachteile, wenn ich einen Plan habe, muss ich ihn unbedingt umsetzen."

Aktuell sei er zufrieden, alles läuft nach Plan. Die nächste Idee hat Stein allerdings schon in der Hinterhand: Regie zu führen bei einer Komödie.

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