Der Kunstverein zeigt aktuell Werke von Karl Martin Holzhäuser. - © FOTO: RALF BITTNER
Der Kunstverein zeigt aktuell Werke von Karl Martin Holzhäuser. | © FOTO: RALF BITTNER

Herford Stern der Woche für Karl Martin Holzhäuser

Meister der "Lichtmalerei" gehört zur ersten Garde der konkreten Fotografie

Herford (rab). "Karl Martin Holzhäuser: Licht-Bilder. Konkrete Fotografie" heißt die aktuelle Ausstellung des Herforder Kunstvereins. Zu sehen sind Arbeiten eines Künstlers und Theoretikers aus etwa 50 Schaffensjahren, der am 18. Februar seinen 70. Geburtstag feiert.

Holzhäuser erlernte das Handwerk des Fotografen mit dem Ziel, sich künstlerisch mit dem Medium an sich auseinanderzusetzen. Im Anschluss an das Studium an der Hochschule für Bildenden Künste in Hamburg arbeitete er kurz als Fotograf und Art Director und nahm 1970 die Lehrtätigkeit an der Werkkunstschule Bielefeld, später Fachhochschule Bielefeld auf, ab 1975 als Professor für Fotografie.

Mit Jürgen Heinemann, Karl Martin Holzhäuser, Gottfried Jäger und Jörg Boström prägte er die "Bielefelder Schule" der Fotografie und die neue Studienrichtung Fotografie der FH. Mit Gottfried Jäger veröffentlichte er 1975 das Buch "Generative Fotografie, Theoretische Grundlegung, Kompendium und Beispiele einer fotografischen Bildgestaltung" als grundlegende Untersuchung der Parameter, die bei der Fotografie zur Anwendung kommen, eine Art Grammatik des Mediums. Farben, Kontraste, Schärfe und Unschärfe sind einige dieser Parameter.

Die frühe Werkreihe "Mechano Optische Untersuchungen" macht diese in der Dunkelkammer erzeugten Effekte bildnerisch sichtbar. Licht, eine lichtempfindliche Schicht und Entwickler reichen ihm für die Erstellung seiner Bilder. Auf ein Objekt, das abgebildet wird, sei es nun naturalistisch oder abstrakt, verzichtet er. Konkrete Kunst materialisiert Geistiges nach vorher entwickelten Konzepten. Für spätere Serien wie die Lichtmalereien entwickelte er eine "Lichtrakel", mit der er Intensität, Farbe und Breite der Lichtstrahlen für die Belichtung regulieren kann.

Holzhäuser beschäftigt sich weiter mit den Bedingungen der Bilderzeugung mit Licht. Sein neuester Zyklus "Montagen" nutzt dazu die Möglichkeiten des Computers.

Fünf Jahrzehnte konsequenter theoretischer und künstlerischer Arbeit, die sich in zahlreichen Publikationen und Ausstellungen im In- und Ausland niederschlagen, sind einen Stern der Woche wert.

Eine Initiative der Neuen Westfälischen (NW), des Haller Kreisblatts (HK) und der Lippischen Landes-Zeitung (LZ).

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