0
Mitglieder einer koreanischen Gewerkschaft protestieren Ende Oktober gegen die Ausweitung flexibler Arbeitszeiten. - © picture alliance / YONHAPNEWS AGENCY
Mitglieder einer koreanischen Gewerkschaft protestieren Ende Oktober gegen die Ausweitung flexibler Arbeitszeiten. | © picture alliance / YONHAPNEWS AGENCY

Haarausfall Neue Studie: Wer zu viel arbeitet, bekommt schneller eine Glatze

Zudem weist eine weitere Untersuchung darauf hin, dass Feinstaub das Haarwachstum hemmt

Talin Dilsizyan
04.11.2019 | Stand 04.11.2019, 20:13 Uhr

Seoul. Bandscheibenvorfälle, Rückenprobleme, hohe Infektionsrisiken bei einem Job im Gesundheitswesen - Arbeit kann krank machen. Wer mehr als 39 Stunden oder sehr viel weniger arbeitet, kann psychische Probleme bekommen, lautete die Erkenntnis einer australischen Studie. Dass regelmäßige Überstunden auch Haarausfall bedingen können, haben nun südkoreanische Wissenschaftler erstmals nachgewiesen. In der Fachzeitschrift Annals of Occupational and Environmental Medicine haben die Forscher der Sungkyunkwan Universität die Ergebnisse einer Studie mit mehr als 13.000 männlichen Arbeitnehmern veröffentlicht. Die Teilnehmer wurden in drei Gruppen unterteilt - jene, die höchstens 40 Stunden pro Woche arbeiten, eine zweite Gruppe mit langen Arbeitszeiten von 40 bis 52 Stunden pro Woche sowie eine dritte Gruppe von Männern, die mehr als 52 Stunden pro Woche tätig sind. Südkorea gehört zu den Ländern, in denen Menschen besonders viel arbeiten. Vorherige Studien stellten etwa fest, dass Arbeitnehmer infolge der langen Arbeitszeiten Gewichtsprobleme haben, an chronischer Erschöpfung leiden oder im Bewegungsapparat beeinträchtigt werden. Weitere wissenschaftliche Untersuchungen zeigten die negativen Effekte von zu viel Arbeit auf das Herz-Kreislauf-System auf. Wie Kyung-Hun Son, Byung-Seon Suh, Min-Woo Nam, Hyunil Kim und Hyeong-Cheol Kim feststellen, gibt es aber auch einen Zusammenhang zwischen der Arbeitszeit und Haarausfall. Risiko für Haarausfall für jüngere Männer, die lange arbeiten Die Zahl der Menschen, die sich in Südkorea wegen Alopezie behandeln lassen, ist seit 2007 jährlich um 4 Prozent gestiegen. Dieser krankhafte Haarausfall kann erblich bedingt sein, mit Stress, Infektionen, einem Ungleichgewicht im Hormonhaushalt, einer unausgewogenen Ernährung oder auch durch die Einnahme von Medikamenten bedingt werden. Diese Faktoren führen die Wissenschaftler an, die für ihre Studie Männer im Alter von 20 bis 59 Jahren, die sich von 2013 bis 2017 nicht wegen Haaraufalls behandeln ließen, befragt haben. Ergebnis: In der Gruppe derjenigen, die mehr als 52 Stunden arbeiten, lag eine frühe Glatzenbildung bei rund 4 Prozent der Männer vor. In der Gruppe mit einer Arbeitszeit von 40 bis 52 Stunden pro Woche, war Haarausfall bei 3,4 Prozent ein Problem. Von den befragten Männern, die maximal 40 Stunden arbeiten, hatten 2 Prozent kahle Stellen. Besonders auffällig: Unter Männern im Alter von 20 bis 30 Jahren, die mehr als 52 Stunden arbeiten,  ist Haarausfall besonders stark verbreitet - 8,3 Prozent. Hohe Feinstaubkonzentration führt zu Haarausfall Die koreanischen Wissenschaftler räumen ein, dass sie nicht alle Variablen, die zu Haarausfall führen können, berücksichtigen konnten. Ihre Studie weise aber darauf hin, dass Überstunden auch zu Haarausfall führen können. Auf dem Kongress der Europäischen Akademie für Dermatologie und Venerologie (EADV) Anfang Oktober in Madrid hatte ein anderes koreanisches Forschungsteam zudem darauf hingewiesen, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Feinstaubgehalt in der Luft und dem Haarwuchs gibt. Zellen, die einer hohen Konzentration von Partikeln ausgesetzt wurden, wiesen einen niedrigen Gehalt von Beta-Catenin auf, das für das Wachstum verantwortlich ist. Zudem stellten sie fest, dass der Schadstoffgehalt auch das Vorkommen von drei weiteren Proteinen senkt, die wichtig sind, damit die Haare wachsen und nicht ausfallen.

realisiert durch evolver group