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Waren von Wilke werden mit zwei Todesfällen in Südhessen und 37 weiteren Krankheitsfällen in Verbindung gebracht. - © picture alliance/dpa
Waren von Wilke werden mit zwei Todesfällen in Südhessen und 37 weiteren Krankheitsfällen in Verbindung gebracht. | © picture alliance/dpa

Gefährliche Keime Wilke-Wurst wurde auch an Ikea-Restaurants in Deutschland geliefert

Waren von Wilke werden mit zwei Todesfällen in Südhessen und 37 weiteren Krankheitsfällen in Verbindung gebracht.

07.10.2019 | Stand 07.10.2019, 14:17 Uhr

Korbach/Hofheim (dpa). Nach zwei Todesfällen durch keimbelastete Fleischwaren des nordhessischen Wurstproduzenten Wilke ist auch der Möbelkonzern Ikea vom Rückruf betroffen. Über einen Großhändler habe Ikea Deutschland, darunter auch das Möbelhaus in Bielefeld, Wurst-Aufschnitt für Kunden- und Mitarbeiterrestaurants von diesem Hersteller erhalten, sagte eine Sprecherin des Möbelkonzerns am Montag. Sie bestätigte damit entsprechende Angaben der Verbraucherorganisation foodwatch. Mittlerweile neuer Lieferant Ikea war nach eigenen Angaben am Mittwoch durch den Großhändler über die Schließung von Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH informiert worden. „Aus diesem Grund haben wir als Vorsichtsmaßnahme den Verkauf aller Produkte des Herstellers umgehend gestoppt", sagte die Sprecherin. Nicht betroffen sei das übrige Fleisch- und Wurstwaren-Sortiment aus dem Restaurant, dem Schwedenshop und dem Bistro. Mittlerweile gebe es einen neuen Lieferanten für Aufschnitt. foodwatch kritisierte die Informationspolitik der Behörden, die bisher nur Wilke als Hersteller der zurückgerufenen Produkte sowie das Identitätskennzeichen veröffentlicht haben, obwohl ihnen eine Liste der Abnehmer von Wilke vorliegt. Wie der Fall Ikea zeige, seien die Wurstwaren aber nicht nur unter dem Namen Wilke verkauft, sondern auch ohne Herstellerkennung in Restaurants, Wursttheken oder unteren anderen Handelsmarken angeboten worden. foodwatch stellt Eil-Antrag foodwatch hat daher bei den hessischen Behörden einen Eil-Antrag mit einer Frist von 48 Stunden gestellt, alle bisher bekannten vom Wilke-Rückruf betroffenen Verkaufsstellen und Produkte zu veröffentlichen. Den Antrag übermittelte foodwatch am Sonntag um 11.36 Uhr an den Landkreis Waldeck-Frankenberg, das Regierungspräsidium Darmstadt und das hessische Umweltministerium. Waren von Wilke werden mit zwei Todesfällen in Südhessen und 37 weiteren Krankheitsfällen in Verbindung gebracht. Mehrfach wurden Listerien-Keime in Wilke-Produkten nachgewiesen. Die Keime können für Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sei. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hatte als Aufsichtsbehörde den Betrieb mit 200 Mitarbeitern am Dienstag vergangener Woche geschlossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.

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