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Baby David mit seinen Eltern Nguyen Minh Hang und Anhtu Hoang wird von seinem Team aus dem Kinderherzkatheterlabor verabschiedet. Ulrike Huß (v.l.), Andreas Neufeld, Andreas Koster, Klinikdirektor Matthias Peuster, Andrea Stork und Claudia Putzka. - © Marcel Mompour
Baby David mit seinen Eltern Nguyen Minh Hang und Anhtu Hoang wird von seinem Team aus dem Kinderherzkatheterlabor verabschiedet. Ulrike Huß (v.l.), Andreas Neufeld, Andreas Koster, Klinikdirektor Matthias Peuster, Andrea Stork und Claudia Putzka. | © Marcel Mompour

Bad Oeynhausen Neugeborenes überlebt in Bad Oeynhausen durch extrem seltene Operation

Ein Kathetereingriff im Kinderherzzentrum rettet das Leben des nur vier Tage alten Neugeborenen. Der Eingriff ist selten, außergewöhnlich und gleichzeitig schonend.

12.06.2019 | Stand 13.06.2019, 10:06 Uhr

Bad Oeynhausen. Der Fall, den das Kinderherzzentrum in Bad  Oeynhausen schildert, klingt dramatisch: Keine 24 Stunden ist der kleine David alt, als er im Krankenhaus aufgenommen wird. Er hat einen angeborenen Herzfehler. Seine Diagnose sei lebensbedrohlich gewesen, berichten die Ärzte. Die nur wenige Millimeter kleine Lungenschlagaderklappe sei so kritisch verengt gewesen, dass nicht genügend Blut in die Lunge gelangte, um dort mit Sauerstoff angereichert zu werden. „Das Herz versucht dann ständig mit sehr großer Anstrengung, das Blut durch die zu enge Herzklappe zu pumpen", beschreibt Matthias Peuster, Direktor der Klinik für Kinderkardiologie am Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), die sehr seltene angeborene Fehlbildung, die Fachärzte als kritische Pulmonalstenose bezeichnen. Schnelle Verlegung nach der Geburt Dem Neugeborenen sei es so schlecht gegangen, dass es direkt nach der Geburt in einem Dortmunder Klinikum zunächst mit Medikamenten stabilisiert wurde, um die Versorgung mit Sauerstoff sicherzustellen und den kleinen Patienten dann in das Spezialklinikum für herzkranke Kinder nach Bad Oeynhausen verlegen zu können. Um ein drohendes Rechtsherzversagen zu verhindern, entscheiden sich Peuster und sein Team im Kinderkatheterlabor dafür, einen Herzkatheter über den Bauchnabel des Babys bis zur verengten Herzklappe zu führen, um diese dann mit einem winzigen Ballonkatheter zu weiten. „Das ist die bei weitem schonendste Vorgehensweise, die es gibt", erläutert der Herzspezialist, der schon mehr als 10.000 Herzkatheter bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern aller Altersstufen durchgeführt hat. Der Eingriff dauert 20 Minuten „Das Risiko einer Gefäßverletzung ist so am niedrigsten für das Kind, das bei seiner Geburt gerade 2.500 Gramm leicht war." Große Erfahrung gebe es am Herzzentrum auch in der anaesthesiologischen Betreuung von Früh- und Neugeborenen mit angeborenen Herzfehlern. Die Oberärzte Andreas Koster, Youssef Skaf und das Team der Anästhesiepflege sorgen dafür, dass der kleine David den 20-minütigen Eingriff gar nicht spürt. Die Nachuntersuchung am nächsten Tag habe gezeigt, dass mit David nun alles in Ordnung sei, berichten die Mediziner stolz. Die kleine Herzklappe habe Peuster auf etwa acht Millimeter geweitet. Nun fließe wieder ausreichend Blut in die Lunge, "nichts spricht dagegen, dass aus dem kleinen David eines Tages ein kräftiger junger Mann wird". Ein Lächeln zur Dankbarkeit Glücklich hätten Davids Eltern Anhtu und Nguyen Hoang jetzt mit ihrem Sohn die Heimreise angetreten.  Beide seien den Chirurgen ""unendlich dankbar", lässt der Papa ausrichten. Und das Ärztetam ist stolz: "Der kleine David, der jetzt ein ganzes Leben vor sich hat, schenkt seinen Lebensrettern zum Abschied ein strahlendes Lächeln", berichtet das Herzzentrum.

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