Pünktlich zum Weltfrauentag ist Brie Larson als Captain Marvel auf der Kino-Leinwand zu sehen. - © RTR
Pünktlich zum Weltfrauentag ist Brie Larson als Captain Marvel auf der Kino-Leinwand zu sehen. | © RTR

Weltfrauentag Leinwand-Heldinnen sind erfolgreicher als ihre männlichen Kollegen

Das legt eine 2018 veröffentlichte Studie nahe

Bielefeld. Pünktlich zum Weltfrauentag geht in den US-amerikanischen Kinos der Hollywood-Blockbuster Captain Marvel an den Start. Entgegen den Bildern, die einem möglicherweise beim Gedanken an die opulenten Actionfilme aus dem Hause Marvel durch den Kopf schießen (Captain America, Hulk, Iron Man), handelt es sich bei Captain Marvel nämlich nicht um einen testosterongesteuerten Muskelprotz. Der neue Captain auf der Leinwand ist nämlich eine Frau. Nachdem die Konkurrenz aus dem Hause DC bereits 2017 mit Wonder Woman einen Kassenschlager setzen konnte, legt Marvel nun also nach. Über die Qualität der Handlung von Action-Ballerfilmen aus beiden Häusern soll an dieser Stelle keine Diskussion eröffnet werden. Filme mit weiblicher Besetzung sind besonders erfolgreich Erstaunlich ist jedoch, dass sich in Hollywood mittlerweile wohl herumgesprochen hat, dass Frauen ebenso als Protagonistin taugen wie ihre männlichen Kollegen - und damit Erfolg haben. Denn eine Studie der Agentur CAA in Zusammenarbeit mit der Beraterfirma Shift7 legt nahe, dass Filme, in denen Frauen die Hauptrolle spielen, mehr Geld in die Kinokassen spülen, als jene, in denen Männer das Sagen haben. Die Untersuchung umfasste 350 Filme, die in den Jahren von 2014 bis 2017 erschienen sind. In 105 davon spielten Frauen die Hauptrolle, in 245 Männer. Das Ergebnis: Unabhängig vom Produktionsbudget spielten jene Filme mit weiblicher Hauptbesetzung durchweg mehr Geld ein. Besonders erfolgreich waren Filme, die den Bechdel-Test bestanden, der aus folgenden drei Fragen besteht: Gibt es mindestens zwei Frauenrollen? Sprechen sie miteinander? Unterhalten sie sich über etwas anderes als einen Mann? Der Test wurde Mitte der 1980er von der Zeichnerin Alison Bechdel entwickelt. Dabei handelt es sich zwar um keine wissenschaftliche Methode. Dennoch kann der simple Test auf die ungleiche Rollenverteilung von Männern und Frauen in Filmen hinweisen. Erklärung für die Ergebnisse steht aus Eine Erklärung, warum die weiblich besetzten Filme zu Kassenschlagern avancieren, liefert die Studie indes nicht. Eine mögliche Erklärung könnte das generelle Mangelangebot an Filmen mit weiblichen Hauptrollen sein. Erscheint dann einmal ein Streifen mit einer Leinwand-Heldin ist die Begeisterung umso größer. Ebenso darf nicht vergessen werden, dass die Hälfte der Menschheit und des potenziellen Kinopublikums weiblich ist. Abschließend - und das ist ein nicht zu vernachlässigendes Fazit - kann aufgrund der Studie nun nicht mehr behauptet werden, dass die geringeren Gehälter von Schauspielerinnen durch geringere Einspielergebnisse gerechtfertigt werden können. Denn auch und gerade in Hollywood verdienen Frauen immer noch weniger als ihre männlichen Kollegen.

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