Der gebürtige Felix Vossen ist Mittelpunkt einer neuen ZDF-Dokumentation. - © ZDF/Dirk Heuer
Der gebürtige Felix Vossen ist Mittelpunkt einer neuen ZDF-Dokumentation. | © ZDF/Dirk Heuer

Gütersloh ZDFinfo zeigt Film über Gütersloher Millionen-Betrüger

Am 9. Februar wird die Geschichte des Fabrikantensohnes Felix Vossen ausgestrahlt - Vossen sitzt seit 2016 in Zürich im Gefängnis

Gütersloh/Zürich. Frottierhandtücher brachten das Gütersloher Textilunternehmen Vossen zu deutschlandweitem Ruhm. Sogar Udo Jürgens trug am Ende seiner Auftritte einen Bademantel aus Vossen-Stoff. Felix Vossen, Enkel des Firmengründers Burghard Vossen, erlangte sogar europaweite Aufmerksamkeit – dank krimineller Geschäfte, Betrugs und Urkundenfälschungen. Seit 2016 sitzt der gebürtige Gütersloher hinter Gittern, am 9. Februar sendet ZDFinfo eine Dokumentation über seine Lebensgeschichte: „Abgezockt! – Der Anlagebetrüger Felix Vossen". Die Dokumentation erzählt von der Erfolgsgeschichte des Gütersloher Erfolgsunternehmens Vossen und der Geschichte Felix Vossens. Aufgewachsen in Gütersloh, besuchte er bis zur mittleren Reife ein Internat in der Schweiz. Eine schwierige Zeit für Vossen, heißt es in der Dokumentation, und der mögliche Beginn einer zweifelhaften Karriere. "Einstiegsdroge in das Geschäft mit dem großen Geld" Sein Abitur legte Vossen in Oxford ab und begann Mitte der 1990er Jahre erste Geschäfte mit Aktien und Apple-Computern. Es sei „die Einstiegsdroge in das Geschäft mit dem großen Geld gewesen", heißt es in der ZDFinfo-Doku weiter. Vossen sei immer auf der Suche nach dem großen Geld gewesen. Er habe sich in London ein Netzwerk mit Geschäftspartnern und Freunden aufgebaut. Diesen bot er dubiose Geldgeschäfte und Investitionsmöglichkeiten an. Sie legten ihr Geld bei Vossen an, er versprach Renditen von bis zu 30 Prozent. Während sich seine Geschäftspartner auf ihn verliessen, scheffelte Vossen das Geld und vertröstete die Partner. Eine Betrugsmasche mit Erfolg. 2010 stieg er ins Filmgeschäft ein und schloss sich dem Unternehmen Embargo Films an. Seit 2016 im Gefängnis Zuletzt wurde Vossen am 3. März 2015 in Zürich gesehen, dann flüchtete er, wurde schließlich von FBI, Scotland Yard und Schweizer Behörden gesucht. Mitte Februar 2016 griffen ihn Polizisten in Valencia auf. Er wurde an die Schweiz ausgeliefert, wo er seitdem im Gefängnis sitzt. Seine Geschäftspartner soll er um bis zu 35 Millionen betrogen haben. Bei guter Führung wird Felix Vossen im kommenden Jahr aus der Haft entlassen. In der ZDF-Dokumentation kommen neben den betrogenen Geschäftspartnern Vossens auch der erste Betriebsleiter der Textilfirma Vossen sowie Finanzpolitiker Lothar Binding (SPD) zu Wort.

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