Bevor die Wildtiere in bestimmten Regionen Bayerns verhungern, wollen Jäger eine Luftbrücke einrichten lassen. - © Peter Schild / Bayerischer Jagdverband
Bevor die Wildtiere in bestimmten Regionen Bayerns verhungern, wollen Jäger eine Luftbrücke einrichten lassen. | © Peter Schild / Bayerischer Jagdverband

Schneemassen Bayerische Jäger wollen Wildtiere per Hubschrauber mit Heu versorgen

Talin Dilsizyan
11.01.2019 | Stand 12.01.2019, 08:57 Uhr

Feldkirchen/München. Meterhoher Schnee in Bayern, da wird die Suche nach Nahrung für zahlreiche Wildtiere in den Bergen zum Problem. Der Bayerische Jagdverband (BJV) nimmt sich ihnen nun mit einer besonderen Aktion an: Per Hubschrauber sollen Gams, Steinbock, Rot- und Rehwild versorgt werden. Neu ist die Idee nicht. Im schneereichen Winter 1951 flogen US-Bomber aus, um erstmals Bergwild per "Heu-Luftbrücke" vor dem Tod zu bewahren. Damals legten Jäger der Fliegerhorste Fürstenfeldbrück, Freising und Penzing nahe, die Tiere mit Preßheu per Luftpost zu versorgen. Sie bekamen Unterstützung aus der Politik und von amerikanischen Fliegern. Jagdverband appelliert an die Politik Das klappte so gut, dass in Bayern auch danach immer wieder einmal Heu per Militärmaschinen zu den Tieren gebracht wurde, wenn Schnee und Lawinengefahr eine andere Versorgung unmöglich machten. Angesichts der aktuellen Lage in den Bergregionen in den oberbayerischen und Allgäuer Alpen, die von dem massiven Schneefall betroffen sind, setzt sich der Jagdverband dafür ein, nun per Hubschrauber Heu zu den Tieren zu schaffen. Es sei zudem selbstverständlich, dass bei solchen Schneelagen die Jagd "bedingungslos eingestellt werde, auch in den sogenannten Schonzeitaufhebungsgebieten. "Das gebietet nicht nur Paragraf 29 des Bayerischen Jagdgesetzes und Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes, sondern ganz einfach der Anstand und die Ehrfurcht gegenüber der Schöpfung", stellt BJV-Präsident Jürgen Vocke in einer Mitteilung fest. Die einzelnen Jäger können Hubschrauber-Einsätze allein nicht organisieren, daher setzt der BJV auf die Unterstützung der bayerischen Staatsregierung. Sie solle den Wildtieren helfen, die  durch den "dramatischen Wintereinbruch" in Lebensgefahr seien. Er weist darauf hin, dass in den Bergregionen möglicherweise auch die Bundeswehr eingesetzt werden könnte. In Oberbayern liegen sie vielerorts im Gebiet der Bayerischen Staatsforsten.

realisiert durch evolver group