Streitfall Jagd: Dem Fischotter könnte es künftig wieder an den Kragen gehen. - © NABU NRW
Streitfall Jagd: Dem Fischotter könnte es künftig wieder an den Kragen gehen. | © NABU NRW

Düsseldorf NABU übt scharfe Kritik am neuen Jagdgesetz

Janine Küchhold

Düsseldorf. Der Streit um das NRW-Jagdgesetz geht weiter. Jetzt haben sich Umweltschützer zu Wort gemeldet. „Unsinnig", und „nicht mehr zeitgemäß" sei der Entwurf des neuen NRW-Jagdgesetzes, heißt es in einer Presseerklärung des NABU. Ein Gesetz, das geschützte Arten wieder dem Jagdrecht unterstellt, um den Forderungen der Jägerschaft zu genügen, werde dauerhaft keinen Bestand haben, schreibt der NABU weiter. 2015 hat die rot-grüne Landesregierung unter Umweltminister Johannes Remmel ein neues, „ökologisches" Jagdgesetz erlassen. Die organisierten Jäger in NRW haben dieses Gesetz von Anfang an vehement kritisiert. Einer ihrer Hauptkritikpunkte: Grundlage dieses Gesetzes sei eine grüne Ideologie, die sich nicht an der Jagdpraxis orientiere. NABU kritisiert Erlaubnis für Jagd auf bedrohte Arten Das Gesetz sei ein Geburtstagsgeschenk des grünen Umweltministers an den NABU, der 2015 sein 50-Jähriges Bestehen feierte, lautete damals der Vorwurf des Präsidenten des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen, Ralph Müller-Schallenberg. Der NABU wirft der neuen Landesregierung jetzt „Symbolpolitik" zugunsten der Jäger vor. Das Gesetz sieht unter anderem vor, den Katalog der jagdbaren Tierarten wieder deutlich zu erweitern. Baummarder, Mauswiesel, Wildkatze und Fischotter sollen künftig wieder aufgenommen werden. Bei den Vogelarten sollen unter anderem der Graureiher, Gänsesäger, Haselhuhn, Turteltaube und Schneegans dem Jagdrecht unterliegen. Der NABU kritisiert vor allem die Aufnahme von bedrohten Arten, wie der Waldschnepfe. Zudem sei einem Gutachten des Bundesumweltministeriums zufolge eine Aufnahme von Arten, die nach Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt sind, nicht zulässig. Das Kabinett hat den Entwurf des angepassten Jagdgesetzes bereits verabschiedet. Das Parlament muss nun darüber beraten.

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