Wenn die neue Bekanntschaft zu viele Macken hat, sollte man Grenzen setzen. - © Unsplash CC0
Wenn die neue Bekanntschaft zu viele Macken hat, sollte man Grenzen setzen. | © Unsplash CC0

Schwierige Dates: Ich bin keine Therapeutin!

Die ein oder andere Macke kann unsere Kolumnistin bei ihren Dates wohl verkraften. Bei größeren Knacks hört aber auch der Spaß bei ihr auf.

Karoline Langenkämper

Was ist eigentlich normal? Gibt es sowas überhaupt? Bin ich normal? Wahrscheinlich nicht. Jeder hat so seine Macken, Ecken und Kanten – ich bin da keine Ausnahme. Ich habe lange gebraucht, um zu erkennen, dass ich ein kleines Helfersyndrom habe. Das ist wohl auch der Grund, weshalb meine letzten Beziehungen auf das Konto mit Männern gingen, die mehr als nur ein paar kleine Macken oder seltsame Eigenheiten vorzuweisen hatten. Aber ich arbeite jetzt daran und achte mehr auf erste Anzeichen von psychischen Knacksen bei meinen Dates. Das Frustrierende dabei ist nur, dass sich die Normalos anscheinend nicht für mich interessieren. Braucht er eine Partnerin oder wohl eher eine Therapeutin? In den letzten zwölf Monaten hatte ich drei Begegnungen der besonderen Art. Da gab es Markus, der derart von der eigenen Unsicherheit zerfressen war, dass er eigentlich nur jemanden gesucht hat, der ihm permanent Bestätigung liefert – oder über den er sich stellen kann, damit er sich gut fühlt. Dann war da noch Tim, der mit Ende dreißig noch bei seiner Mutter wohnte. Die Wohnsituation hätte ich noch verschmerzen können, immerhin hatte er quasi eine eigene Wohnung im elterlichen Haus. Als er mich zum dritten Date aber zu sich nach Hause einlud, um für uns zu kochen und dann unvermittelt seine Mutter mit am Tisch saß, war das doch etwas zu viel für mich. Zumal ich bis zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht wusste, dass er bei seiner Mutter wohnte. Und zu guter Letzt gab es auch noch Heiko. Er machte anfangs einen sehr guten Eindruck und wir verstanden uns prima. Es hat mich Wochen gekostet zu erkennen, dass wir es nicht langsam angingen, sondern eigentlich auf gar nichts zusteuerten, weil er, so wie es aussah, ein Defizit an Urvertrauen besaß. Trotzdem gebe ich die Hoffnung nicht auf, irgendwann den Mann zu treffen, der perfekt zu mir passt und der eine halbwegs normale Frau in seinem Leben braucht und keine Therapeutin!

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