Kann man die Liebe in Zahlen fassen? Wohl kaum, meint unsere Kolumnistin. - © Unsplash CC0
Kann man die Liebe in Zahlen fassen? Wohl kaum, meint unsere Kolumnistin. | © Unsplash CC0

Romantik nach Zahlen – Warum man die Liebe nicht in Raster pressen kann

Eine Statistik besagt, man könne maximal sieben Beziehungen im Leben führen. Unsere Kolumnistin sagt: “Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast”

Karoline Langenkämper

Neulich habe ich über eine Studie gelesen, bei der irgendein Wissenschaftler herausgefunden haben will, dass eine Frau maximal sieben Beziehungen in ihrem Leben führen darf. Wenn es beim siebten Mal nicht für die Ewigkeit hält, wird sie auch danach nicht mehr den Partner für’s Leben finden. Wie das bei diesen Studien häufiger der Fall ist, nehme ich sie wahr, finde sie dann aber so absurd, dass ich mir die Zusammenhänge nicht merke. Trotzdem geht mir seitdem der Gedanke, man könne irgendwann eine Art "Point of no Return" bei der Suche nach der großen Liebe überschreiten, nicht so richtig aus dem Kopf. Ist der Zug für mich wirklich abgefahren? In meinem Umfeld gibt es mehrere Menschen, die sich bewusst dafür entschieden haben, nicht mehr nach einem Partner zu suchen. Die Gründe hierfür sind vielfältig: gescheiterte Beziehungen und schmerzhafte Erfahrungen - manchmal aber auch einfach nur die Tatsache, dass sie sich ohne Partner rundum wohlfühlen und ihnen nichts im Leben fehlt. Ich bewundere sie für diese bewussten Entscheidungen. Für mich sind sie ein Zeichen von Stärke, und dass diese Menschen sehr genau wissen, was ihnen im Leben wichtig ist. Ich habe aber auch Freunde, die sich schon seit gefühlten Ewigkeiten eine Beziehung wünschen, aber einfach nicht auf den richtigen Menschen treffen. Haben sie schon ihren "Point of no Return" überschritten und es wird einfach nichts mehr mit der Liebe? Ist vielleicht auch schon für mich der Zug abgefahren? Ich habe nämlich durchgezählt und bin tatsächlich auf sieben verflossene Beziehungen gekommen - von der Pubertäts-Romanze bis zur letzten ernsthaften Partnerschaft. Die Liebe lässt sich nicht messen – also bleibe ich gelassen Bei dieser Erkenntnis wurde mir erst ein bisschen mulmig zumute. Doch je mehr ich darüber nachdachte, desto kleiner wurden meine Sorgen. Wenn man nämlich eins nicht kann, dann ist es Liebe in Zahlen zu fassen und in Formen zu pressen. Was sagt schon die Anzahl der Beziehungen, die man führt, über einen aus? Laut Statistik falle ich anscheinend aus dem Raster. Aber 08/15 wollte ich ohnehin noch nie sein.

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