Wollen polarisieren: Vorm Auftritt bei den Parklichtern am Freitag, hat NW-Volontärin Angelina Kuhlmann mit Danger Dan (Bildmitte) von der Antilopen Gang gesprochen. Im Juni hat er sein Soloalbum herausgebracht und ist parallel weiter mit Rappern Koljah (l.) und Panik Panzer (r.) als Trio unterwegs. Foto: Robert Eikelpoth - © Robert Eikelpoth
Wollen polarisieren: Vorm Auftritt bei den Parklichtern am Freitag, hat NW-Volontärin Angelina Kuhlmann mit Danger Dan (Bildmitte) von der Antilopen Gang gesprochen. Im Juni hat er sein Soloalbum herausgebracht und ist parallel weiter mit Rappern Koljah (l.) und Panik Panzer (r.) als Trio unterwegs. Foto: Robert Eikelpoth | © Robert Eikelpoth

Bad Oeynhausen Antilopen-Gang: Danger Dan reagiert im Interview auf Parklichter-Kritik

Daniel Pongratz alias Danger Dan spricht vor Konzert über möglichen neuen Song als Reaktion auf Vorwürfe von der Löhner-Bürger-Allianz und sein neues Soloalbum

Angelina Kuhlmann

Die Parklichter im Kurpark starten am Freitag mit dem großen Open-Air-Konzert. Headliner ist unter anderem die Antilopen Gang. Im Vorfeld des Auftritts kritisierte die Löhner-Bürger-Allianz in einem offenen Brief den Auftritt der Band. Dan, wie weit bist Du gerade von Bad Oeynhausen entfernt? Danger Dan: Ich bin in... Oh Gott, wie heißt das denn hier noch mal? (lacht) In Altheim, ich bin in Altheim. Ich bin hier hingefahren, als ich geschlafen habe, da wird einem das dann auch irgendwann egal. Wir sind hier auf einem Festival. Gestern waren wir in Österreich auf einem Festival. Zu den Parklichtern findet ihr dann hoffentlich den Weg nach Bad Oeynhausen. Worauf können sich die Zuschauer freuen?                                                                                                           Dan: Na ja, wir kommen, um abzureißen. Wir sind ganz gut in Form. Bei diesem Festival-Sommer hat bisher alles ganz gut geklappt. Wir haben unsere Hip-Hop-Sachen dabei, wir haben unsere Punkband dabei, wir haben ein Klavier dabei für schmalzige claydermannesque Balladen. Wir sind höchst motiviert, diesen Ort dem Erdboden gleich zu machen. Was erwartet ihr denn von euren Gästen hier. Denkt ihr, die sind vorbereitet auf euch?                                                                            Dan: Ja, ich weiß ja, dass die teilweise schon irritiert reagiert haben. Es gibt eine fragwürdige Bürgerbewegung, die sich beschwert, dass wir kommen, da wir angeblich Textzeilen hätten wie „Deutschland ist scheiße, Deutschland ist Dreck". Die müssen wir leider enttäuschen, diese Textzeilen haben wir nicht. Aber wir nehmen das mal als Inspiration und würden, um allen Beteiligten irgendwie doch ein gutes Gefühl zu bereiten, vielleicht an dem Tag das Lied „Deutschland ist scheiße, Deutschland ist Dreck" einfach improvisieren. (lacht) Ihr müsst Euch einiges an Kritik anhören. Was antwortet Ihr Menschen, die sagen, ihr seid „linksextrem"?                                Dan: Ich bin ja linksradikal. Das sage ich ja auch ständig. Von daher beschäftigt mich das jetzt nicht so. Im Endeffekt will ich den Leuten ja auch gefallen, aber wenn bestimmte Leute sich über mich aufregen oder ich denen den Tag versaut habe, dann nehme ich das eher als Kompliment und gar nicht als Kritik. Wenn sich die Leute jetzt provoziert gefühlt haben, dann ist unser Plan aufgegangen. (lacht) Ihr macht also Musik, um diese Botschaften rüberzubringen, und das ist nicht nur ein netter Nebeneffekt?                                Dan: Ja, wenn man so will. So richtig fokussiert haben wir das nie. Ich finde das auf jeden Fall in Ordnung, wenn das so ist. Du hast ja eben schon gesagt, ihr habt Eure Punkband dabei. Wie wollt ihr den Abend konkret gestalten?                                   Dan: Wir haben einen sehr guten Schlachtplan. Aber wir können im Vorfeld noch nichts detailliert verraten, da fehlen die Überraschungsmomente. Je länger wir hier sprechen, umso mehr gefällt mir die Idee, mit unserem neuen Hit „Deutschland ist scheiße, Deutschland ist Dreck" an dem Tag dann erstmalig aufzutreten. Noch mal zu dir: Du bist ja momentan auch mit deinem Soloalbum unterwegs. Wie fühlt sich das an?                                Dan: Sehr gut. Es ist ja schon aufregend, wenn man so lange an Sachen arbeitet und das dann irgendwann zu einem Abschluss bringen muss. Das ist total schwierig, das schaffe ich auch nicht alleine. Da brauche ich Leute, die mir dann sagen „Daniel, das ist gut so". Sonst würde ich mein Leben lang daran weiterarbeiten. Das ist, wie wenn man die Masterarbeit abgibt. Das ist aufregend. Das ist ein gutes Gefühl. Ich freue mich auch, das Feedback war bisher ja auch sehr, sehr gut. Ich kriege ganz viele tolle Nachrichten von Leuten, die das Album in irgendeiner Form berührt, und ich bin ganz zufrieden, wie das alles so gelaufen ist und gerade läuft. Der Aufwand hat sich also gelohnt?                                                    Dan: Auf jeden Fall. Das war ja auch etwas, was ich für mich getan habe, mir selbst zum Geburtstag geschenkt habe. Also ich glaube, dieses Album zu bringen, war auch einfach in meiner Biografie ein wichtiger Punkt. Im Endeffekt habe ich das für mich selber getan. Das ist vielleicht dekadent und vielleicht auch selbstbezogen, aber mir persönlich hat das einfach gutgetan. Deine Arbeit mit der Antilopen Gang läuft aber parallel weiter?                                                                                                           Dan: Genau, das läuft parallel weiter. Der Nachteil daran ist, dass ich seit anderthalb Jahren gar keine Verschnaufpause mehr hatte, vielleicht sogar noch länger. Das ist so, wie zwei Vollzeitjobs nebeneinander. Das ist schon anstrengend, aber das ist auch schön anstrengend, was man es gut hinkriegt. Steht denn bald ein Urlaub an?                                                            Dan: Wenn diese Solotour vorbei ist, würde ich gerne einen machen. Oft ist es ja so, dass dann doch noch irgendwas dazwischen kommt und wir einfach noch andere Sachen zu tun haben. Aber wenn es dieses Jahr klappt, dass ich noch mal ein paar Wochen entspannen kann, dann wäre das auf jeden Fall gut.

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