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Der Status-Bereich bei Whatsapp wurde 2017 eingeführt. - © picture alliance / Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa
Der Status-Bereich bei Whatsapp wurde 2017 eingeführt. | © picture alliance / Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

Netzwelt Werbung in Whatsapp soll 2020 kommen - und so sieht sie aus

Bei einem Marketing-Event stellt Whatsapp die Pläne vor, die vorerst nicht alle Bereiche der App betreffen

Björn Vahle
23.05.2019 | Stand 23.05.2019, 18:05 Uhr

Mountain View/Rotterdam. Dass Facebook mit seiner Tochter Whatsapp irgendwann würde Geld verdienen wollen, hatte der Konzern bereits angedeutet. Bei einem Marketing-Event in den Niederlanden stellte Whatsapp nun erstmals vor, wie ab 2020 Werbung enthalten sein soll. Allerdings wird die wohl nicht jeder Nutzer zu sehen bekommen. Betroffen sein wird demnach vorerst lediglich der Status-Bereich des Messengers. Dort sollen bildschirmfüllende Ads zwischen den Stories platziert werden. Das Prinzip dürften Nutzer von Facebook und Instagram kennen. Wie es in Whatsapp aussieht, hatte Olivier Ponteville von der Marketingagentur BeConnect in einem auf Twitter geteilten Foto von dem Event festgehalten: WhatsApp will bring Stories Ads in its status product in 2020. #FMS19pic.twitter.com/OI3TWMmfKj — Olivier Ponteville (@Olivier_Ptv) 21. Mai 2019 Für den Chatbereich ist hingegen nach Aussage des Sprechers von Whatsapp, der die Pläne vorstellte, keine Werbevermarktung vorgesehen. Wer Whatsapp nur zum Austauschen von Nachrichten, Fotos und Videos im Chat mit Freunden, Familie oder Gruppen nutzt, bekommt weiter keine Werbung zu sehen - zumindest vorerst. Die Pläne für Werbung in Whatsapp gibt es seit der Übernahme durch Facebook 2014. 2019 endete die Übergangsfrist, innerhalb der Whatsapp keine eigenen Gewinne erwirtschaften musste. Der Weg für Werbung im Messenger war damit bereits freigemacht. Allerdings gab es bereits damals Bedenken wegen des Datenschutzes. Whatsapp-Mitgründer Brian Acton, ebenfalls im Streit bei Facebook ausgestiegen, sagte gegenüber dem Magazin Forbes, Facebook plane die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von Whatsapp-Nachrichten aufzuweichen, um die Nachrichten auf bewerbbare Produkte zu prüfen. Facebook sei bemüht, Unternehmen "Einblicke" in verschlüsselte Umgebungen zu ermöglichen, sagte Acton. Vor der Übernahme hatte Whatsapp seine Werbefreiheit häufig zu Marketingzwecken betont, sie war nicht vorgesehen. Mitgründer Jan Koum, der Facebook 2018 im Streit verließ, hatte das mit einem Zitat aus dem Brad-Pitt-Film "Fight Club" begründet: "Durch die Werbung sind wir heiß auf Klamotten und Autos, machen Jobs, die wir hassen, kaufen Scheiße, die wir nicht brauchen."

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