An Bord einer Thomas Cook Airlines-Maschine musste sich eine Passagierin wegen ihrer Kleidung zurechtweisen lassen.  - © picture alliance / Markus Mainka
An Bord einer Thomas Cook Airlines-Maschine musste sich eine Passagierin wegen ihrer Kleidung zurechtweisen lassen.  | © picture alliance / Markus Mainka

Birmingham Thomas Cook Airlines will Passagierin wegen ihres Crop Tops nicht mitnehmen

Birmingham. In Vorfreude auf den sonnigen Urlaub lassen viele Passagiere allzu warme Kleidung zu Hause. Auf mehr als 20 Grad in Teneriffa konnte sich die Britin Emily O'Connor einstellen. Ihr Flug mit Thomas Cook Airlines wurde für sie wegen ihrer Kleidung zu einem Desaster. Inzwischen hat sich die Fluglinie zu dem Fall geäußert. O'Connor passierte mit einem schwarzen Crop Top und langer Taillenhose bekleidet die Sicherheitskontrollen des Flughafens in Birmingham. Ein Outfit, das auf einem Flug zu einem sommerlichen Reiseziel nicht ungewöhnlich erscheint. Dass ihre Bekleidung "zu unanständig" für den Ferienflieger sein könnte, ist ihr nicht in den Sinn gekommen. Unanständiges Outfit? Wie sie auf Twitter schildert, ermahnte sie die Besatzung der Maschine dazu, ihren Körper mehr zu bedecken. Ihre Bekleidung sei unpassend und errege Anstoß. Sie weigerte sich jedoch und fragte die anderen Reisenden, ob sie sich durch ihre Kleidung in irgend einer Form beleidigt fühlen. Niemand habe geantwortet. Zudem erläuterte O'Connor der Besatzung, dass es keinen Hinweis auf "anständige Kleidung" auf der Internetseite von Thomas Cook gegeben habe. Der Purser habe daraufhin ihr Gepäck genommen, um sie aus dem Flugzeug zu begleiten. Im vorderen Teil der Maschine gab ihr Cousin der 21-Jährigen eine Jacke. Sie sei von mehreren Flugbegleitern bedrängt worden, diese anzuziehen. Ein Passagier habe sie grob beleidigt, niemand sei eingeschritten. Flying from Bham to Tenerife, Thomas Cook told me that they were going to remove me from the flight if I didn’t "cover up” as I was "causing offence” and was "inappropriate”. They had 4 flight staff around me to get my luggage to take me off the plane. pic.twitter.com/r28nvSYaoY — Emily O'Connor (@emroseoconnor) 12. März 2019 Thomas Cook Airlines äußert sich zu dem Vorfall Am Ende zog Emily O'Connor die Jacke an und durfte nach Teneriffa fliegen. Ihre Schilderungen sorgten für großes Aufsehen und Unverständnis über das Verhalten des Personals. Laut CNN hat sich Thomas Cook Airlines nun entschuldigt. "Es ist ganz klar, dass wir die Situation hätten besser handhaben müssen", heißt es in einem Statement. Gleichzeitig weist die Fluglinie darauf hin, dass sie, wie viele weitere Anbieter, Vorschriften zu einer angemessenen Kleidung von Passagieren habe. "Sie gelten für Männer und Frauen, unabhängig ihres Alters. Unsere Crews haben die schwierige Aufgabe, diese Vorschriften durchzusetzen - dies gelingt ihnen nicht immer auf eine angemessene Weise." Als unangemessen betrachtet Thomas Cook beispielsweise Kleidung mit anstößigen Botschaften oder Symbolen. Fluggäste müssen an Bord Schuhe tragen. Southwest Airlines nimmt Passagierin wegen zu viel Haut nicht mit O'Connor ist natürlich nicht die erste Passagierin, die wegen ihrer Kleidung Ärger mit einer Fluggesellschaft hatte. Im Jahr 2007 wollte etwa die amerikanische Airline Southwest Kyla Ebbert die Beförderung verweigern. Ein Flugbegleiter sprach die 23-Jährige auf ihre "zu freizügige Kleidung" an - sie trug ein enges, weißes, tief ausgeschnittenes Shirt, einen grünen, kurzen Pullover, sowie einen Minirock aus Jeansstoff. Das sei der Fluggesellschaft für Familien zu unanständig gewesen. Erst als sie versprach, einige Körperstellen mit vorhandener Kleidung zu bedecken, durfte sie an Bord bleiben. Das Aufsehen um ihre Person und den Vorfall mit Southwest nutzte der Playboy später und überredete sie, für das Magazin zu posieren. "Zu sexy für Southwest... perfekt für den Playboy", hieß es damals.

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