Die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg. - © picture alliance/dpa
Die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg. | © picture alliance/dpa

Kohlekompromiss "Arme Greta" - Ziemiak kritisiert Greta Thunberg und erntet Spott

Thunberg hatte Deutschlands Ausstieg aus der Kohle 2038 als "absurd" bezeichnet. Der CDU-Generalsekretär reagierte unter anderem mit einem Affen-Emoji

Angela Wiese
10.02.2019 | Stand 10.02.2019, 20:49 Uhr

Der CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat auf Twitter die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg kritisiert - und erntet dafür reichlich Spott. Die 16-jährige Thunberg hatte zuvor in einem Interview gesagt, dass es unverantwortlich sei, dass Deutschland erst 2038 ganz aus der Kohle aussteigen möchte. „Deutschland will bis 2038 Kohle verbrennen. Das ist absolut absurd. Und die Leute denken, das wäre etwas Gutes", sagte die 16 Jahre alte Schülerin der Deutschen Presse-Agentur. "Kein Wort von Bezahlbarkeit" Paul Ziemiak twitterte dazu: "Greta Thunberg findet deutschen 'Kohlekompromiss' absurd - Oh, man... kein Wort von Arbeitsplätzen, Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit. Nur pure Ideologie. Arme Greta!" Dazu stellte der CDU-Politiker das Emoji eines Affen, der sich die Augen zuhält. Innerhalb der folgenden Stunden antworteten über 1.700 Twitternutzer auf den Tweet. Der Bielefelder Cartoonist Ralph Ruthe etwa schrieb: "Hey Paulematz - merkste jetzt selbst, gell?" Ein anderer Nutzer schreibt: "Deutschland verfehlt die eigenen Klima-Ziele. Und der CDU-Generalsekretär kritisiert eine 16-Jährige, die das kritisiert. Ist das der neue Politikstil der CDU?" Ein anderer Nutzer fragt: Oh Gott, Paul. In welchen Spiegel kannst Du eigentlich noch gucken wenn Du als Mitglied Deines Klientel-Opportunistenclübchens jemanden wie Greta als ideologisch bezeichnest? Wie kann man in so relativ jungen Jahren schon ein so alter weißer Mann sein? Du bist die Vergangenheit! — André Cramer 🇪🇺 (@TheAndreCramer) 9. Februar 2019 Auch Politiker äußern sich. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Konstantin von Notz, twittert: Lieber Paul, der Graben zwischen Greta und Dir, liegt in ihrer Fähigkeit zu verstehen, dass die #Klimakrise nicht irgendein abstraktes Szenario ist. — Konstantin v. Notz (@KonstantinNotz) 9. Februar 2019 Renate Künast (Grüne) meint, Ziemiaks Verhalten sei unchristlich: Sie werfen das einer 16 Jährigen vor, dass sie auch mal an die Zukunft ihrer Generation denkt angesichts der Probleme die sie erben? Das ist sowas von gefühlskalt + unchristlich! @CDU@FridayForFuture — Renate Künast (@RenateKuenast) 9. Februar 2019 Einige Nutzer unterstützen aber auch Ziemiak, zum Beispiel dieser: Greta Thunberg will ernst genommen werden. Wenn man sie dann ernst nehmen will, muss man sich auch kritisch mit ihr auseinandersetzen und dann darf und dann muss sie auch kritisiert werden. — Thomas Nonnenberg (@thomas_nonn) 9. Februar 2019

realisiert durch evolver group