Können User bald ihre Streaming-Accounts nicht mehr teilen? - © picture alliance / dpa Themendienst
Können User bald ihre Streaming-Accounts nicht mehr teilen? | © picture alliance / dpa Themendienst

Netzwelt KI soll erkennen, wenn Streaming-Nutzer ihre Accounts mit anderen teilen

Björn Vahle
14.01.2019 | Stand 14.01.2019, 22:00 Uhr

Las Vegas. Mehr als ein Viertel aller Millenials teilt Accounts von Streamingdiensten und anderen Online-Services mit anderen Menschen. Das will ein britisches Marktforschungsinstitut laut der Zeitung The Independent herausgefunden haben. Auf der CES 2019 hat ein - ebenfalls britisches - Unternehmen nun eine KI vorgestellt, die das erkennen soll. Denn Streaming-Anbietern fehlen durch Passwort-Teilen dem Bericht zufolge etwa 1,2 Milliarden Dollar, Pay-TV-Anbietern sogar 9,9 Milliarden Dollar an Einnahmen. Das Problem sei finanziell so groß geworden, dass man es nicht mehr ignorieren könne, erklärt das Unternehmen Synamedia, das die KI entwickelt hat. Das Programm soll das Nutzerverhalten analysieren und zum Beispiel feststellen können, wenn Konten innerhalb kürzerer Zeit an zwei verschiedenen Orten genutzt werden. Die KI soll allerdings nicht etwa zum Abmahn-Tool geraten. Stattdessen, so der Bericht, könnten die ertappten Nutzer ein Premium-Angebot unterbreitet bekommen, dass in eingeschränktem Maße das Teilen des Accounts erlaubt. Bisher erlauben Streamingdienste meist das gleichzeitige Nutzen auf mehreren Geräten und lassen sich weitere Geräte in höherpreisigen Abos bezahlen. Andere Dienste bieten gleich Familien-Abos an, die dann von mehreren Personen genutzt werden können. Diese höheren Gebühren sind es, die viele Nutzer zu umgehen versuchen. Erste Tests bei Streaming-Anbietern laufen dem Bericht zufolge bereits. Unklar ist, welche Anbieter das sind - und wann sie anfangen wollen, das Programm zu nutzen. Was darf ich bei welchem Streaming-Dienst? Spotify Dem Netzblog Techbook zufolge müssen alle Nutzer des "Family-Plan"-Angebots dieselbe Adresse haben, so steht es in den AGB. Bei Auffälligkeiten werde aber zunächst der Hauptnutzer benachrichtigt. In selteneren Fällen kann es zur Sperrung des Accounts kommen. Der Anbieter behalte sich vor, auffällige Accounts per GPS-Lokalisierung zu prüfen. Apple Der Familienbegriff ist bei der gleichzeitigen oder mehrfachen Nutzung hier offenbar auf den Freundeskreis ausgeweitet. Apple verweist auf Support-Dokumente, die erklären wie oft im Jahr man seine "Familie" wechseln kann, also die für die Nutzung von beispielsweise iTunes zusammengefassten Apple-IDs. Ob das Unternehmen Auffälligkeiten prüft, ist allerdings nicht bekannt, wenn auch relativ wahrscheinlich. Amazon Prime Grundsätzlich ist es hier nur möglich, auf zwei Geräten gleichzeitig zu streamen. Allerdings profitieren Prime Kunden neben dem Streaming-Angebot von Musik, Filmen und Serien noch vom kostenlosen Versand und einigen anderen Angeboten, die im Preis enthalten sind. Netflix Je nach Abopreis können zwei bis vier Nutzer gleichzeitig streamen. Pro Account können bis zu fünf Profile für verschiedene Nutzer angelegt werden. Sky Der Pay-TV-Anbieter hat die Nutzung in den AGB so geregelt: "Der Kunde darf seine Login-Daten ausschließlich zum Haushalt des Kunden gehörenden Personen zur Verfügung stellen und die Login-Daten nicht an minderjährige Personen weitergeben." Es droht eine Strafe in Höhe von 2.136 Euro, wenn das gebuchte Programm Personen zugänglich gemacht, "mit denen der Kunde nicht durch persönliche Beziehungen verbunden ist". Oder eben öffentlich gezeigt wird.

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