Die Bundesnetzagentur hat den Verkauf von Kinderuhren verboten, die mit einer Abhörfunktion ausgestattet sind. - © picture alliance / PhotoAlto
Die Bundesnetzagentur hat den Verkauf von Kinderuhren verboten, die mit einer Abhörfunktion ausgestattet sind. | © picture alliance / PhotoAlto

Bonn Bundesnetzagentur verbietet Kinderuhren mit Abhörfunktion

Laut Behörde setzen Eltern die Uhren ein, um Lehrer im Unterricht zu belauschen

Angela Wiese
22.11.2017 | Stand 22.11.2017, 16:17 Uhr

Bonn. Die Bundesnetzagentur hat den Verkauf von Kinderuhren mit Abhörfunktion verboten. Gegen mehrere Angebote im Internet sei die Bundesbehörde bereits vorgegangen. Offenbar wird die Abhörfunktion der Smartwatches auch von einigen Eltern ganz gerne eingesetzt. "Über eine App können Eltern solche Kinderuhren nutzen, um unbemerkt die Umgebung des Kindes abzuhören", sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. "Nach unseren Ermittlungen werden die Uhren von Eltern zum Beispiel auch zum Abhören von Lehrern im Unterricht genutzt", so Homann weiter. Auf dem deutschen Markt gebe es viele Anbieter, die Smartwatches mit einer Abhörfunktion anbieten. Die Zielgruppe seien Kinder von fünf bis zwölf Jahren. Die Hersteller preisen solche Uhren gerne damit an, dass Eltern über die Geräte ihre Kinder schnell orten können. Mitarbeiter an Schulen sollen auf Uhren achten Die betroffenen Smartchwatches verfügen über eine SIM-Karte und eine eingeschränkte Telefon-Funktion. Über eine App kann der Nutzer bestimmen, dass die Uhr unbemerkt vom Träger und dessen Umgebung eine Telefonnummer anruft. Diese Funktion wird auch als Babyphone- oder Monitorfunktion bezeichnet. Vom Kind unbemerkt kann ein Erwachsener sowohl das Kind als auch dessen Umfeld abhören. Eine solche Abhörfunktion ist in Deutschland verboten, so die Bundesnetzagentur, die die betroffenen Uhren als unerlaubte Sendeanlage einstuft. Die Behörde rät besonders Schulen dazu, bei ihren Schülern auf solche Uhren zu achten. Uhren müssen vernichtet werden Erfährt die Bundesnetzagentur von Käufern solcher Uhren, werden diese dazu aufgefordert, die Geräte zu vernichten und einen entsprechenden Nachweis darüber an die Bundesnetzagentur zu schicken. Die Behörde rät Eltern, solche Uhren selbst zu vernichten und die Nachweise aufzuheben. Nicht nur Smartwatches können zu Spionageräten werden. Ein anderes Spiezeug hatte bereits im September dieses Jahres für Aufsehen gesorgt. Damals ging es um die harmlos aussehende Puppe Cayla, die es faustdick hinter den Ohren hat. Internetfähigkeit und Mikrofon machten die Puppe zum Spionagegerät. Die Bundesnetzagentur zog die Puppe aus dem Verkehr.

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