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Ein Traktor mit Kreiselmäher soll bei dem mutmaßlichen Todesfall einer Maus zum Einsatz gekommen sein. - © picture alliance / blickwinkel/H.-P. Oetelshofen
Ein Traktor mit Kreiselmäher soll bei dem mutmaßlichen Todesfall einer Maus zum Einsatz gekommen sein. | © picture alliance / blickwinkel/H.-P. Oetelshofen

Tiere & Natur Posse: Naturschützer verklagt Landwirt wegen toter Maus im Feld

Unbekannter zeigte den Landwirt an, weil der eine Maus tot gemäht haben soll

Björn Vahle
19.09.2017 | Stand 19.09.2017, 17:31 Uhr

Borken. Ein Landwirt aus Borken im Münsterland ist von einem Tierschützer angezeigt worden, weil er beim Mähen eines Feldes eine Maus getötet haben soll. Der Fall beschäftigte zuletzt sogar die Generalstaatsanwaltschaft Hamm und kursierte in sozialen Netzwerken. Dort allerdings in verfälschender Form. Der Fall geht auf den Mai 2017 zurück. Der Landwirt soll dem Anzeigeerstatter zufolge ein Feld von außen nach innen gemäht haben. Erlaubt ist im Landesnaturschutzgesetz seit November 2016 aber nur noch, Felder von innen nach außen zu mähen, um Wildschäden vorzubeugen. Dabei soll die Maus angeblich zu Tode gekommen sein. Ermittler der Kreispolizei Borken, so bestätigte ein Sprecher, begutachteten das Tier und fanden auch frische Verletzungen, die durch die Mahd verursacht wurden. Der Kreis Borken brummte dem Landwirt daraufhin zunächst ein Verwarngeld von 50 Euro auf. Für das falsche Mähen, nicht für die Tötung einer Maus. Wichtige Informationen weggelassen Das allerdings war in dem in sozialen Netzwerken eingestellten Dokument weggelassen. Von dem zweiseitigen Schreiben war nur der Teil veröffentlicht worden, der den Sachverhalt schilderte. So entstand einem Sprecher des Kreises Borken zufolge ein falscher Eindruck. Die Staatsanwaltschaft Münster prüfte außerdem, ob der Landwirt gegen das Tierschutzgesetz verstoßen habe, konnte aber keinen Vorsatz nachweisen. Das Verfahren wurde eingestellt. Kreismitarbeiter unter Druck Das reichte dem polizeibekannten Anzeigenden allerdings nicht, er legte Beschwerde ein. Die Generalstaatsanwaltschaft Hamm prüfte den Fall erneut. Das Verfahren blieb eingestellt. Das Schlimme: Der beim Kreis beschäftigte Verfasser des im Netz veröffentlichten Dokuments war darin vom Einsteller nicht unkenntlich gemacht. Er sieht sich dem Kreissprecher zufolge nun zu Unrecht öffentlichem Druck ausgesetzt. Der Kreis Borken hat sich dennoch bei dem Landwirt aus dem Münsterland dafür bedankt, das Thema des korrekten Mähens in die Öffentlichkeit gerückt zu haben. Die neue Verordnung soll dafür sorgen, dass vor allem Rehkitze, die sich häufig in landwirtschaftlich genutzten Feldern verstecken, nicht zu schaden kommen.

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