Auf Twitter schildern Nutzer unter dem Hashtag #Behindernisse ihre Erfahrungen mit Barrieren. - © dpa
Auf Twitter schildern Nutzer unter dem Hashtag #Behindernisse ihre Erfahrungen mit Barrieren. | © dpa

Bielefeld #Behindernisse: Twitter-Nutzer schildern den Alltag mit Barrieren

Aus einer Idee könnte eine Debatte werden

Aus einer Idee entwickelt sich eine bewegende Diskussion: Unter dem Hashtag #Behindernisse beschreiben Menschen auf Twitter ein Deutschland voller Barrieren und Ablehnung gegenüber behinderten Menschen. Immer mehr Nutzer schildern in Kurznachrichten ihre Erfahrungen mit Hürden, auf die sie jeden Tag stoßen. Entstanden ist das Hashtag in einem Gespräch zwischen mehreren Nutzern, eine davon die Bloggerin „Miss Mindfuck", die sich über die vielen Reaktionen zu #Behindernisse in einem Blogbeitrag freut. "Gibt es eigentlich einen Hashtag, unter dem beHinderte Menschen speziell darüber schreiben, was sie alles inzwischen vermeiden?", fragte die Bloggerin damals auf Twitter. Mittlerweile twittern immer mehr Menschen unter #Behindernisse. Eine kleine Auswahl: Viele tolle deutsprachige Filme auf DVD haben keine deutsche #Untertitel. So vergisst man eine ganz große Kaufgruppe einfach. #Behindernisse — Julia Probst (@EinAugenschmaus) 3. Februar 2016 Niemand, ich wiederhole: NIEMAND, hat das Recht über eine andere Person zu entscheiden, wie sich derjenige fühlt.#beHindernisse — Fuchsmädchen (@fernwehliebe) 3. Februar 2016 #behindernisse Man wird benachteiligt und nicht ernstgenommen,nur weil man jung ist,mit einer Behinderung erst recht. #Jugenddiskriminierung — Sonnenschein (@nihononnako) 3. Februar 2016 #Behindernisse So oft außerirdisch sein, nicht verstanden werden mit der anderen Perspektive. — M4++h14s ʇpıɯɥɔs (@vegms) 3. Februar 2016 "Durchfall hat doch jeder mal. Halb so wild." Stimmt, 15-30x täglich auf dem Klo und der Tag gehört dir! #ColitisUlcerosa#beHindernisse — JlPr0 (@juliaPr0) 3. Februar 2016 Welch schöner Hashtag! Erst vorgestern hab ich mal meine Lieblingskommentare dazu zu Papier gebracht.#behindernissepic.twitter.com/j77PnGQQGk — Delaney (@Stella_Delaney) 3. Februar 2016 @TantePolly BTW: Auch Texte in Bildern sind #Behindernisse, weil sie von Screenreadern nicht erfasst werden können. — Tanja (@fschmidt77) 3. Februar 2016Die Antidiskrimminierungsstelle des Bundes weist auf die #Behindernisse-Debatte hin: Diesem Hashtag sollten Sie folgen: Unter #beHindernisse erzählen behinderte Menschen von alltäglicher Ausgrenzung und Be-Hinderung. — Antidiskriminierung (@ADS_Bund) 2. Februar 2016Die Idee hinter #behindernisse ist nicht neu. Der gleichnamige Blog einer Hamburgerin listet seit 2007 "idiotische und nachahmenswerte Lösungen für eine behinderten(un)freundliche Umgebung" auf. Das Schachtelwort aus "behindert" und "Hindernisse" legt zudem die Frage nahe, was Behinderung eigentlich ist. In Schweden setzte bereits in den 1970er Jahren ein Umdenken ein. "Die Behinderung entsteht durch die nicht barrierefreie Umgebung und liegt nicht beim Menschen vor", zitiert der "Sozialkompass Europa" die Definition des skandinavischen Landes. Mit Material von KNA.

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