Leihmutterschaften sind in Deutschland verboten. Ein Paar stand nun vor Gericht, weil sie ihr Kind, dass von einer ukrainischen Leihmutter ausgetragen wurde, adoptieren wollte. - © picture alliance / empics
Leihmutterschaften sind in Deutschland verboten. Ein Paar stand nun vor Gericht, weil sie ihr Kind, dass von einer ukrainischen Leihmutter ausgetragen wurde, adoptieren wollte. | © picture alliance / empics

Gerichtsurteil Eltern umgehen Leihmutterverbot in Deutschland

In Deutschland ist die Leihmutterschaft verboten. Deshalb greifen immer wieder Eltern auf Angebote aus dem Ausland zurück. Ein Gericht entschied nun in so einem Fall.

Frankfurt (dpa). Ein von einer Leihmutter ausgetragenes Kind darf von seiner genetischen Mutter adoptiert werden. Wie aus einem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss (Az. 1 UF 71/18) des Oberlandesgerichts (OLG) Frankfurt hervorgeht, stellt die Inanspruchnahme einer Leihmutterschaft keine „gesetzes- oder sittenwidrige Vermittlung oder Verbringung" dar. Die Richter kippten damit eine Entscheidung des Amtsgerichts Frankfurt, das den Adoptionsantrag der Frau im vergangenen Jahr zurückgewiesen hatte (470 F 16020/17 AD). Dieses hatte eine dem Kinderhandel vergleichbare Praxis festgestellt, da die ukrainische Leihmutter für das Austragen bezahlt wurde. Das Kind sei damit zu einem reinen Kaufobjekt des bisher unerfüllten Kinderwunsches degradiert worden. Dem folgte das OLG nicht. Die Adoption sei auszusprechen, da sie dem Wohl des Kindes diene, urteilten die Richter jetzt. Das Kind lebt den Angaben zufolge seit seiner Geburt bei seinen genetischen Eltern in Deutschland. Leihmutterschaften sind hierzulande verboten. OLG entscheidet zum Wohl des Kindes In Deutschland sind Leihmutterschaften durch das Embryonenschutzgesetz verboten. Ärzten, die bei einer Ersatzmutter eine künstliche Befruchtung durchführen, droht bis zu drei Jahren Haft. Rechtlich gilt in Deutschland die Frau als Mutter, die das Kind austrägt - selbst wenn es genetisch von einer anderen Frau abstammt. In den USA ist Leihmutterschaft in einigen Bundesstaaten erlaubt. Dort gibt es sogar Agenturen, die entsprechende Frauen vermitteln. Per Vertrag wird dann die Bezahlung und sonstige Vereinbarungen geregelt. Auch in Spanien, Belgien, den Niederlanden oder England sind Leihmutterschaften erlaubt. Doch die gesetzlichen Regelungen sind ganz unterschiedlich.  So dürfen in manchen Ländern Leihmütter nicht bezahlt werden, sondern quasi nur ehrenamtlich als Ersatzmutter fungieren.

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