In OWL-Badeseen ist die Wasserqualität laut einem EU-Bericht ausgezeichnet. - © picture alliance / Mohssen Assanimoghaddam/dpa
In OWL-Badeseen ist die Wasserqualität laut einem EU-Bericht ausgezeichnet. | © picture alliance / Mohssen Assanimoghaddam/dpa

OWL So gut ist die Wasserqualität der Badeseen in OWL

Untersuchung der europäischen Umweltagentur

Tessa Rinkes
Leandra Kubiak

Bielefeld. Dem Badespaß in Ostwestfalen-Lippe steht nichts im Wege: Laut einem neuen EU-Bericht kann in den Badeseen in der Region bedenkenlos geplanscht werden. Alle elf untersuchten Badestellen in der Region wurden von der Europäischen Umweltagentur (EEA) mit einer ausgezeichneten Wasserqualität bewertet. Auch vielen Urlaubsorten in Deutschland und Europa bescheinigt der Bericht zur Qualität der europäischen Badegewässer 2017 eine ausgezeichnete Wasserqualität. Acht Badestellen in Deutschland fielen beim Test allerdings durch – das sind drei mehr als im Vorjahr. Neben den elf größten Badestellen in OWL werden alle vier Wochen auch kleinere Seen überprüft, die nicht von der EU ausgewiesen wurden, erklärt Udo Rolfsmeier, Abteilungsleiter des gesundheitlichen Umweltschutzes im Kreis Herford. Diese Badeseen in der Region werden regelmäßig von den Gesundheitsämtern getestet - allen wurde zuletzt eine "ausgezeichnete Wasserqualität" bescheinigt: - See am Kleihügel (Espelkamp) - Mindener Wald (Hille) - Freizeitanlage Höxter-Godelheim - Stemmer See (Kalletal) - Lippesee (Paderborn) - Nesthauser See (Paderborn) - Badesee Lahde (Petershagen) - Großer Weserbogen (Porta Westfalica) - Waldbad Steinhagen (Steinhagen) - Borlefzener See (Vlotho) Eine Übersicht aller Badegewässer in NRW, deren Wasserqualität getestet wurde, finden Sie hier. Prüfung auf E-Coli-Bakterien Geprüft werden die Seen auf die Darmbakterien E-Coli und Enterokokken, die ein Indikator für Krankheitserreger seien. „Eine hohe Konzentration kann Magenprobleme wie Durchfall und Erbrechen hervorrufen", sagt Rolfsmeier. Diese Bakterien gelangen durch Vögel und andere Tiere ins Wasser, die dort ihren Kot ausscheiden. „Auch die Sichtweite des Sees wird überprüft, die gibt uns Hinweise auf Blaualgen", sagt Rolfsmeier. Diese Algen können Hautreizungen auslösen. Würden die Grenzwerte überschritten, gebe es ein zeitweiliges Badeverbot. Das ist in OWL aber nicht zu erwarten. Alle elf Badestellen liegen deutlich unter dem Grenzwert. Badeverbot an der Ostsee-Badestelle in Tremt Auch in NRW ist die Wasserqualität sehr gut, nur der Elfrather See in Krefeld erhielt lediglich eine ausreichende Bewertung. Durchgefallen sind deutschlandweit acht Gewässer in Bayern, Hessen, Brandenburg, Baden-Württemberg, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Auch die Ostsee-Badestelle in Tremt, am Strelasund zwischen Stralsund und der Insel Rügen, wurde zum zweiten Mal mit mangelhaft bewertet. Hier gibt es in diesem Jahr ein Badeverbot. In Europa kann an vielen Badeorten unbekümmert geplanscht werden. Von den 22.000 untersuchten Badestellen schnitten nur 306 schlecht ab. Wer ans Mittelmeer fahren will, sollte sich Malta oder Zypern anschauen: Hier sowie in Griechenland und Kroatien lässt sich besonders unbesorgt planschen. „Im Mittelmeer-Raum ist die Wasserqualität besser als in Nordeuropa", sagt Peter Kristensen, EEA-Experte. Dort sei das Wasser tiefer und das starke Sonnenlicht töte Bakterien ab. An Stränden in Frankreich, Italien und Spanien schwanke allerdings die Qualität erheblich. In Estland, Irland und Großbritannien fielen mehrere Gewässer durch, dort sollten Urlauber vorsichtig sein.

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