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Bananen sind in Gefahr. - © Daniel Karmann/dpa
Bananen sind in Gefahr. | © Daniel Karmann/dpa

Aggressiver Pilz Die uns bekannte Banane könnte bald aus den Regalen verschwinden

Die sogenannte Panama-Krankheit hat große Bananen-Anbaugebiete in Kolumbien befallen.

Nadine Uphoff
13.08.2019 | Stand 13.08.2019, 19:47 Uhr

Kolumbien. Bananen, wie wir sie kennen, könnten bald Geschichte sein. Im Kolumbien, wo laut Lebensmittelzeitung über 80 Prozent der hierzulande gehandelten Bananen wachsen, sind 175 Hektar des Obstes von einem Pilz befallen. Das hat das Kolumbianische Landwirtschaftsinstitut (ICA) bestätigt. Es handelt sich um die sogenannte Panama-Krankheit "Tropical Race 4" (TR4), die auf Bananenfarmen in der karibischen Küstenregion entdeckt wurde, berichtet das Fruchtportal. Der Ackerboden ist jetzt unbrauchbar Die Entdeckung des Pilzes stelle eine potenziell bevorstehende Katastrophe für Bananen sowohl als Lebensmittelquelle als auch Exportware dar. TR 4 ist eine Pilzkrankheit, die den Boden für den Bananenanbau unbrauchbar macht und mit herkömmlichen Pflanzenschutzmitteln nicht bekämpft werden kann. Infizierte Pflanzen sterben ab und produzieren keine Bananen mehr, teilt der Deutsche Fruchthandelsverband mit. Auf infizierten Böden ist auf Jahre hinweg kein Bananenanbau mehr möglich, schreibt der Industrieverband Agrar. Die befallenen Flächen müssten gerodet werden und sind für den Bananenanbau grundsätzlich nicht mehr verwendbar. Die Bananen selbst, die in einem infizierten Boden erzeugt wurden, seien für Menschen ungefährlich und würden den Pilz nicht übertragen. Die Bananenexporte werden somit zunächst weitergehen, weil die Qualität und der Nährwert der Früchte durch die Krankheit nicht beeinträchtigt wird, sagte das ICA. Die Bananenpreise werden steigen Industriebeobachter gaben an, dass ein großer Ausbruch von TR4 in Lateinamerika die Bananenpreise weltweit nach oben treiben könnte. Denn das betroffene Herkunftsgebiet ist mit Abstand das bedeutendste für den europäischen und nordamerikanischen Markt. "Zu befürchten ist, dass in absehbarer Zeit keine Bananen der Sorte Cavendish für den deutschen Markt mehr zur Verfügung stehen werden. Cavendish hat zurzeit einen Anteil von über 90 Prozent auf dem deutschen Markt", teilt der Deutsche Fruchthandelsverband mit. 18 Millionen US-Dollar hat die kolumbianische Regierung bereits bereitgestellt, um die Seuche einzudämmen. Die Bananenindustrie werde die Abfertigung der Container und Fahrzeuge trennen, die Bananen in Gegenden transportieren, wo die Krankheit entdeckt wurde, so das ICA. Rund 175 Hektar, also eine Fläche größer als 175 Fußballfelder, wurden von dem Pilz befallen. Fast 168.5 Hektar mit Bananen aus dieser Gegend wurden bereits vernichtet. Es gebe keine Anzeichen der Krankheit in anderen Teilen des Landes. Mithilfe eines Labors in den Niederlanden sollen Tests durchgeführt werden, um herauszufinden, wo die Krankheit herkam.

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