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Volle Einkaufswagen und leere Regale findet man aktuell in vielen Supermärkten. Doch von den so genannten Hamsterkäufen wird dringend abgeraten.  - © istock
Volle Einkaufswagen und leere Regale findet man aktuell in vielen Supermärkten. Doch von den so genannten Hamsterkäufen wird dringend abgeraten. 
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Ungebremste Nachfrage

26.03.2020 | Stand 25.03.2020, 19:55 Uhr

Mehl, Nudeln, Toilettenpapier und Co.: Einige Produkte sind in der Corona-Krise schwer zu bekommen und gefragt wie nie. Der Trend zum „Hamstern" hält an.

In der Corona-Krise sieht sich der Einzelhandel in Deutschland einer ungebremsten Nachfrage nach bestimmten Gütern des täglichen Bedarfs gegenüber. Wie eine Sonderauswertung experimenteller Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigt, stiegen die Verkaufszahlen für ausgewählte Produkte in der Woche vom 16. bis 22. März 2020 wie schon in den drei Wochen zuvor auf ein extrem hohes Niveau. So war die Nachfrage nach Seife in der 12. Kalenderwoche mehr als vier Mal so hoch wie in den sechs Monaten zuvor (+337 %), während die Nachfrage nach Toilettenpapier mehr als drei Mal so hoch lag (+211 %).

Der Absatz ausgewählter Lebensmittel und Hygieneartikel verdoppelt sich bereits Ende Februar: Erstmals schnellten die Absatzzahlen der ausgewählten Lebensmittel und Hygieneartikel in der letzten Februarwoche (Kalenderwoche 9 vom 24. Februar bis 1. März 2020) in die Höhe. Bereits in dieser Woche waren die Absatzzahlen für Mehl (+150 %), Seife (+122 %) oder Teigwaren (+109 %) mehr als doppelt so hoch wie im Durchschnitt der sechs Monate zuvor. Die Nachfrage nach Teigwaren ließ daraufhin bis zur 12. Kalenderwoche langsam nach, was auch auf ein kurzfristig fehlendes Angebot in diesem Warensegment zurückzuführen sein dürfte. Nachfrage nach Desinfektionsmitteln steigt kurzzeitig auf mehr als das Achtfache des üblichen Niveaus: In der ersten Märzwoche (Kalenderwoche 10 vom 2. bis 8. März 2020) stieg die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln auf mehr als das Achtfache im Vergleich zum Durchschnitt des vorherigen halben Jahres (+751 %). In den beiden Wochen danach sank der Absatz enorm und lag in der Kalenderwoche 12 nur noch bei der Hälfte des sonst üblichen Absatzes. Dies ist darauf zurückzuführen, dass das Produkt vorübergehend praktisch ausverkauft war.

Politik und Wirtschaftsverbände sehen die Versorgungslage mit Gütern des täglichen Bedarfs indes als gesichert an und appellieren an die Bevölkerung, von „Hamsterkäufen" abzusehen.

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