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NW Baby April 2015

NW Baby 3 Studie der Universität Bielefeld untersucht, welche Umwelt- und sozialen Faktoren Einfluss auf die Entwicklung von Kindern haben ¥ Zähneputzen schützt vor Karies, zu viel Fast Food ist ungesund und die ein oder andere Sporteinheit kann sicherlich nicht schaden. Soviel ist klar. Aber inwiefern sind die Gesundheitschancen und -risiken von Umwelt- und sozialen Faktoren abhängig? Das soll eine Studie der Uni Bielefeld herausfinden. „Babi – Gesundheit von Babys und Kindern in Bielefeld“ läuft seit Oktober 2013 und ist auf zehn Jahre angelegt. „Der Sozialstatus von Menschen spielt eine große Rolle für die Gesundheit“, sagt der Juniorprofessor Jacob Spallek, der die Studie leitet. „Arme Menschen sterben bis zu zehn Jahre früher als Menschen aus der stärksten Einkommensgruppe.“ Gründe für diese Unterschiede können schon in der frühen Kindheit gelegt werden. Die BaBi-Studie zielt darauf ab, mehr über diese Ursachen zu lernen und dadurch allen Kindern, unabhängig von ihrer Herkunft, ein möglichst gesundes Leben zu ermöglichen. Teilnehmen an der Studie können alle Frauen, die in Bielefeld wohnen und schwanger sind oder vor weniger als acht Wochen entbunden haben. Einer der Schwerpunkte liegt auf Menschen mit Migrationshintergrund. „Das hat es bisher in Deutschland so noch nicht gegeben“, so Spallek. Bisher sind schon mehr als 300 Frauen dabei. Ziel ist es, bis 2016 1.500 Teilnehmerinnen zu erreichen. Dafür arbeitet das Team mit den Geburtskliniken Bielefelds, Hebammen, Geburtshäusern, gynäkologischen und kinderärztlichen Praxen sowie Kitas zusammen. Faktoren für ein gesundes Aufwachsen von Kindern untersucht das Team der Babi-Studie (r.) etwa mit Interviews. FOTOS: DPA/PRIVAT „Bei der Studie untersuchen wir ganz verschiedene Aspekte“, sagt Spallek. „Was trägt zu einem gesunden Aufwachsen bei? Welche persönlichen und Umweltfaktoren während der Schwangerschaft spielen eine Rolle? Wie entstehen etwa Übergewicht oder Allergien?“ Dabei beobachten die Forscher zum Beispiel,obdasKindgestillt wird, wie seine Ernährung aussieht, ob es in eine Kita geht, wie viel es sich bewegt oder ob es Stress ausgesetzt ist. Die Studie begleitet die Familien über mehrere Jahre bis zur Schuleignungsprüfung des Kindes. Entscheidet sich eine Frau dafür, an der Studie teilzunehmen, wird sie zu Beginn rund eine Stunde lang zur Schwangerschaft befragt. Ort und Zeit kann sie sich selber aussuchen. Vom ersten bis zum dritten Lebensjahr gibt es jährlich eine etwa zehnminütige telefonische Befragung und im vierten Lebensjahr noch mal ein rund 60-minütiges Interview über die Entwicklung des Kindes. „Sofern die Mutter damit einverstanden ist, sammeln wir außerdem Infos aus den routinemäßig dokumentierten Untersuchungen in der Schwangerschaft und Kindheit, etwa dem Mutterpass und dem U-Heft“, sagt Anja Baumbach. Sie ist Teil des 15-köpfigen Teams, das aus Gesundheitswissenschaftlern, Pädagogen, Ernährungswissenschaftlern, Soziologen, Hebammen, Statistikern und einem Mediziner besteht. DieStudie istunabhängigund erhält kein Geld aus der Industrie. Gefördert wird sie lediglichvonderUniBielefeldund vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. „Wir wollen besser verstehen“, sagt Spallek, „wie es sein kann, dass es in einem so reichen Land wie Deutschland, in dem bis auf wenige Ausnahmen alle Menschen Zugang zum Gesundheitssystem haben, eine so starke gesundheitliche Ungleichheitbestehenkannundwie wir diese Ungleichheit bei Kindern verringern können.“ Er ist sich sicher, dass die Forschungsarbeit neue Erkenntnisse über die Gesundheit von Kindern liefern wird. „Die Ergebnisse leisten einen Beitrag, den Kindern in Bielefeld in Zukunft einen noch besseren Start ins Leben und damit bessere Gesundheitschancen bis ins höhere Lebensalter zu ermöglichen.“ Leonie Molls ´ Jede Frau kann mitmachen, die schwanger ist oder vor weniger als acht Wochen entbundenhat, mindestens 18 Jahre alt und wohnhaft in Bielefeld ist. ´ Die Daten der Teilnehmer sind sicher, da sie nicht unter ihren Namen, sondern unter einer Nummer gespeichert werden. ´ Interessierte können sich unter Tel. 0521/10612766 (deutsch), 0521/1064690 (türkisch), per Mail babi-studie@ uni-bielefeld.de oder unter www.uni-bielefeld.de/babistudie informieren. 18916201_000315 Gütersloh: Werner-von-Siemens-Str. 2 Mo-Fr 10-18 h | Sa 10-13 h Bielefeld: Obernstraße 51 Mo-Fr 10-18.30 h | Sa 10-16 h Ökologische Babymode Babykatalog bestellen Tel. 05241/96770 oder im Online-Shop www.maas-natur.de


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