Page 2

NW Familie August 2015

2 Fit & Gesund Überforderung durch pausenloses Multitasking: Entspannungstraining verringert den Druck Viele Schüler sind regelmäßig so stark von Schmerzen betroffen, dass sie nicht in die Schule gehen. Dahinter kann Leistungsdruck stecken. FOTO: THOMAS EISENHUTH/DPA Familie Eine Beilage der Neuen Westfälischen Verantwortlich i.S.d.P.: Redaktion Thomas Seim Anzeigen: Michael-Joachim Appelt Realisation: NOW-Medien GmbH& Co. KG Redaktion: Patrick Schlütter (Ltg.) André Blickensdorf Druck: J.D. Küster Nachf.+Presse-Druck GmbH&Co.KG, Industriestr. 20 33689 Bielefeld ¥ Mitarbeiter haben einen Anspruch, während der Elternzeit Teilzeit zu beantragen. Der Arbeitgeber kann diese Forderung nur ablehnen, wenn ihr dringende betriebliche Gründe entgegenstehen. Die Hürden dafür sind hoch. Das berichtet die Zeitschrift Personalmagazin (7/2015). Außerdem kann er die Forderung nur in einem sehr kurzen Zeitraum und schriftlich ablehnen. Bei Elternzeit bis zum dritten Lebensjahr des Kindes hat er bis maximal vier Wochen nach Zugang des Antrags Zeit. Bei Elternzeit zwischen dem dritten und dem achten Lebensjahr des Kindes sind es acht Wochen. dpa ¥ Babys sind besonders empfindlich für Flüssigkeitsmangel. Eine eingesunkene Fontanelle oder Schläfrigkeit sind Warnsignale. AuchwenigNässeinden Windeln und keine oder kaum Tränen beim Weinen können darauf hindeuten. Darauf weist der Berufsverband der KinderundJugendärzte (BVKJ) hin.An heißen Tagen sollten Eltern ihren Kindern immer wieder kleinere Portionen zu trinken anbieten. Geeignet sind Wasser, ungesüßter Tee und Fruchtsaftschorlen – am besten bestehen die aus drei Teilen Wasser und einem Teil Saft. Wie viel Kinder trinken sollen, liegt natürlich auch am Durstgefühl. dpa Eltern sollten mehrstündige Trennung vom Kind in kleinen Schritten üben ¥ Im Kindergarten oder einer Tagesstätte geben viele Eltern ihren Nachwuchs zum ersten Mal in fremde Hände. Darauf müssen sich Mütter und Väter oft mehr als die Kinder vorbereiten. „Sie sollten sich innerlich damit auseinandersetzen, wie es ist, vom Kind getrennt zu sein“, rät Maria Große Perdekamp. Sie ist Leiterin der Online Beratung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Mit nicht mehr allzu kleinen Kindern können Eltern schon mal an der Kita vorbeigehen. Wichtig ist es, ihnen ein positives Gefühl zu vermitteln. Sie können sagen: „Hier kannst du mit anderen Kindern spielen und triffst auch Erzieher, die dir etwas vorlesen können.“ Wichtig ist, dass Mütter und Väter die Trennung vorher in kleinen Schritten üben. „Vielleicht betreuen die Großeltern oder andere wichtige Bezugspersonen das Kind für ein paar Stunden.“ Ansonsten sollte das Kind in seiner allgemeinen Entwicklung gefördert werden, sich bewegen, im kleinen Rahmen an Regeln halten und auch mal abwarten können. „Die Erfahrung zeigt, dass das in der Kita in der Regel problemlos läuft, sich die Kinder einfügen und von den Älteren vieles abschauen“, sagt die Expertin. Eltern sollten auf die Erfahrung der Erzieher vertrauen. Mit ihnen können sie vorbesprechen, wie der Kita-Start ablaufen soll. Unter www.bke-beratung.de gibt es weitere Infos. dpa ¥ Spannungskopfschmerzen und Migräne haben inzwischen auch viele Jugendliche. Experten sehen Leistungsdruck, Stress und Bewegungsmangel als Hauptursachen. Sie empfehlen: Dem Gehirn mal eine Pause zu gönnen. Viele Schüler sind regelmäßig so stark von Kopfschmerzen betroffen, dass sie Medikamente nehmen, nicht in die Schule gehen können oder zum Arzt müssen. Die Häufigkeit von Kopfschmerzen bei Jugendlichen ist in den vergangenen 50 Jahren gestiegen. Betroffene sollten vor allem eines häufiger machen: Pause. In verschiedenen Studien berichten bis zu 40 Prozent der 12 bis 15-Jährigen von wöchentlichen Schmerzattacken. In einem Zeitraum von drei Monaten haben sogar 70 Prozent dieser Altersgruppe mindestens einmal starke Schmerzen. Für die Zunahme diskutieren Experten verschiedene Gründe: Psychische Belastungen wie Leistungsdruck, Prüfungsstress, Mobbing oder Konflikte spielen in der Familie eine Rolle. Aber Kinder und Jugendliche bewegen sich heute auch deutlich weniger als früher. „Es gibt nicht die eine Ursache, sondern immer mehrere Faktoren“, erklärt der Kinderneurologe Professor Florian Heinen, der zwei Kopfschmerzstudien geleitet hat. Verglichen mit früheren Generationen hält er eine Veränderung der Lebensbedingungen von Schülern für besonders bedeutsam: Die Gewöhnung an pausenloses Multitasking. „Die Jugendlichen leben in einer getakteten Welt ohne unverplante Zeit und ohne Langeweile. Alles wird kurz, schnell und nebenbei gemacht – SMS schreiben, Mails checken, ein Video ansehen.“ Das Gehirn passt sich an den erhöhten Rhythmus an. Daher falle es den Schülern schwer, in der Freizeit abzuschalten. „Das Gehirn sucht gerne die nächste Geschwindigkeitsstufe“, erklärt Heinen. Das führt zu Stress und Verspannungen. In der Kopfschmerzsprechstunde an der Kinderklinik der Universität München lernen betroffene Schüler, passende Wohlfühl-Pausen für sich zu finden. Heinen: „Jeder braucht da etwas anderes. Manche liegen einfach nur auf dem Bett oder hören Musik, andere gehen mit dem Hund spazieren oder fahren Fahrrad.“ Bei Migräne und Spannungskopfschmerzen hilft es zusätzlich, die Nackenmuskulatur zu entspannen. Heinen empfiehlt einfache Übungen, die man überall machen kann: Liegestützen oder Dehnübungen vor dem Spiegel. „In den meisten Fällen ist es nicht nötig, Medikamente zu nehmen“, sagt Professor Peter Kropp vom Institut für Medizinische Psychologie der Universität Rostock. Entspannungstrainings und kognitive Verhaltenstherapie seien genauso effektiv wie Tabletten. Der Kopfschmerzexperte rät zu Ausdauersport, mit dem man es aber nicht übertreiben sollte: „Sport ist nicht gleich Sport. Der klassische Migränepatienten strebt häufig danach, der erste zu sein. Das erzeugt Druck. Von Leistungssport würde ich daher abraten.“ Kropp nennt als wichtigste Ursachen für die Zunahme von Kopfschmerzen unter Jugendlichen Bewegungsmangel, fehlende Pausen und Leistungsdruck. Er warnt aber davor, Kopfschmerzen zu eng mit dem Thema Schule zu verknüpfen. „Wenn man morgens Kopfschmerzen hat, sollte man trotzdem in die Schule gehen und warten, ob es besser wird. Nur so lässt sich verhindern, dass es zu einer klassischen Konditionierung kommt“, erklärt der Psychologe. Es lohnt sich bereits, Schüler über das Thema Kopfschmerzen zu informieren. Das weiß auch Florian Heinen aus seinen Studien: „Schon eine Stunde Unterricht zur Kopfschmerzvermeidung führt zu acht bis zehn Prozent weniger Kopfschmerzen in dieser Gruppe“, erklärt der Kinderneurologe. Caroline Mayer „ Jugendliche leben in einer getakteten Welt.“ Professor Florian Heinen, Kinderneurologe Super 8 / Normal 8 / Video auf DVD Bewahren + schenken Sie Erinnerungen! Wir digitalisieren Ihre Filme! the-filmfactory fon: 0 52 21-76 38 49 E-Mail: info@the-filmfactory.de STYLE-SENSATION für Ihr Zuhause Lagerverkauf für Markenmöbel Messeware & 2.Wahl-Produkte Di.-Fr. 14-19:00 Uhr, Sa. 10-16:00 Uhr HOTLINE: 0160 94 93 31 64 33449 Langenberg | Vornholzstr. 1-5 Zufahrt von der B55 www.rooms-wohnen.de 24771401_000315 Besuchen Sie uns! 28566801_000315


NW Familie August 2015
To see the actual publication please follow the link above