Top-Stürmer - © Foto: Rui Vieira/AP/
Harry Kane (l.) von Tottenham Hotspur trifft auf den FC Arsenal mit dem Ex-Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang. | © Foto: Rui Vieira/AP/

Derby in London «Taucher» Kane gegen «verrückten» Aubameyang

London - Für Arsenal-Coach Arsène Wenger gibt es in Europa keinen besseren Stürmer als Tottenhams Harry Kane. «Wenn man sich die Zahlen anschaut, dann nicht», sagte Wenger.

Vor dem Prestigederby zwischen den beiden Londoner Clubs Tottenham Hotspur und FC Arsenal hofft der Franzose darauf, dass Stürmerstar Pierre-Emerick Aubameyang ähnlich für Furore sorgt - zusammen mit seinem früheren Dortmunder Teamkollegen Henrich Mchitarjan.

Beim furiosen 5:1-Sieg gegen den FC Everton hatten beide Neuzugänge vor einer Woche geglänzt. «Warum sollten sie so eine Leistung nicht noch mal wiederholen?», sagte Wenger jetzt.

Mchitarjan hatte gegen die überforderten Toffees drei Tore vorbereitet - eins davon für Aubameyang. Mit Tabellennachbar Tottenham wartet allerdings ein anderes Kaliber auf Arsenal. Die Spurs schockten in der Premier League zuletzt Manchester United (2:0) und ärgerten Jürgen Klopps Liverpool (2:2), als Kane in der fünften Minute der Nachspielzeit noch per Strafstoß den Ausgleich erzielte.

Für den 24-Jährigen war es schon der 100. Premier-League-Treffer. Der Topscorer der Liga knackte die Marke so früh wie kein anderer Spieler in England. Doch Kane wollte sich damit längst nicht zufrieden geben. «200 Tore müssen das Ziel sein», erklärte er ehrgeizig, «und hoffentlich schneller, als ich die 100 bekommen habe.»

Nach seinem historischen Erfolg in Anfield musste der englische Nationalspieler, der als ausgesprochen bodenständig gilt, auch Kritik einstecken. Liverpool-Verteidiger Virgil Van Dijk nannte Kane einen «Taucher», in England gleichbedeutend mit einem Schwalbenkönig. Vor dem ersten von zwei Strafstößen, den Kane allerdings vergab, sei er unnötig gefallen, fand Van Dijk.

Kane wies den Vorwurf zurück: «Ich hab definitiv eine Berührung gefühlt und bin dann zu Boden gegangen.» Doch vor dem Derby gegen Arsenal schlug Wenger noch mal in die gleiche Kerbe. Englische Spieler seien mittlerweile «Meister» der Schwalben, unkte der Franzose vor dem Prestige-Duell im Wembley-Stadion.

Auch Wengers Stürmerstar sah sich in dieser Woche Kritik ausgesetzt. Nach seinem umstrittenen Abgang aus Dortmund hatte er sich bei den BVB-Fans entschuldigt. «Jeder weiß, dass Auba verrückt ist», schrieb er bei Instagram. Doch BVB-Boss Hans-Joachim Watzke hatte noch einmal nachgetreten und ihm vorgeworfen, «Leistung zurückgehalten» zu haben, um den Transfer zu erzwingen. Das wollte Wenger nicht gelten lassen: «Vielleicht war er körperlich nicht in der Lage, seine Bestleistung abzurufen, aber ich glaube nicht, dass er nicht leisten wollte.»

Für beide Spieler und ihre Clubs geht es am Samstag um viel. Arsenal hat fünf Punkte Rückstand auf einen Champions-League-Platz und droht als Tabellensechster sogar die Europa League zu verpassen. Tottenham hat als Fünfter vier Zähler mehr als Arsenal, will den Rivalen auf Abstand halten und an Chelsea und Liverpool dranbleiben. Für die beiden Stürmerstars bietet das Derby eine zusätzliche Chance. Nach der Kritik können Pierre-Emerick Aubameyang und Harry Kane am Samstag wieder mit Toren für Aufsehen sorgen.

Links zum Thema
Wenger-Aussagen zu Aubameyang auf Arsenal-Website
Van-Dijk-Vorwürfe in der Sun
Kane-Aussagen zu Vorwurf im Telegraph
Wenger-Aussagen zu Schwalben auf Arsenal-Website
Kane-Aussagen zu Arsenal-Vergangenheit bei Sky Sports

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