Jan-Lennard Struff - © Foto: Petr David Josek
Soll das deutsche Team mit vor dem Abstieg bewahren: Jan-Lennard Struff. | © Foto: Petr David Josek

Vor Playoffs in Portugal Das ist Deutschlands Davis-Cup-Team

Oeiras - Im Clube de Ténis do Jamor kämpft das deutsche Davis-Cup-Team am Wochenende gegen den Abstieg aus der Weltgruppe.

Nach den Absagen von Alexander Zverev, Mischa Zverev und Philipp Kohlschreiber ist die Auswahl des Deutschen Tennis Bundes beim Debüt von Boris Becker als neuem Head of Men's Tennis mit einem ersatzgeschwächten Team und zwei Neulingen angereist. Die vier deutschen Spieler in der Übersicht:

Jan-Lennard Struff (Warstein/27 Jahre/Weltranglisten-54.):

Der Sauerländer bewahrte das deutsche Team vor einem Jahr in den Abstiegs-Playoffs gegen Polen in Berlin mit dem Sieg im letzten Einzel vor dem Abstieg. In Erinnerung ist auch sein Debüt in Frankfurt 2015, als sich der Borussia-Dortmund-Fan dem 60 Plätze besser notierten Franzosen Gilles Simon erst mit 8:10 im fünften Satz geschlagen geben musste. Der 1,96 Meter große «Struffi», wie er von fast jedem genannt wird, ist gegen Portugal die deutsche Nummer eins. «Das macht er gut, er nimmt die Rolle an», sagte Becker. Am Freitag bestreitet Struff das zweite Match gegen Pedro Sousa, gut möglich, dass er auch am Samstag mit Pütz im Doppel zum Einsatz kommt.

Cedrik-Marcel Stebe (Vaihingen/26/90.):

2012 avancierte der Schwabe bei seiner Davis-Cup-Premiere in Hamburg gegen Australien mit dem Sieg im entscheidenden Einzel gegen Lleyton Hewitt zum Matchwinner. In den vergangenen vier Jahren hatte er allerdings mehr mit Verletzungen zu kämpfen als mit Gegnern: Probleme an der Lendenwirbelsäule, Operation an der Leiste, überdehnter Hüftbeuger, Stressfraktur, Schambeinentzündungen stehen in seiner Krankenakte. «Ich habe seine Verletzungsmisere mitbekommen. Da konnte man immer nur den Kopf schütteln, was nacheinander so passiert ist», sagt Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann, bescheinigt dem Rückkehrer aber eine «sensationelle» Entwicklung. «Das ist schon beeindruckend.»

Yannick Hanfmann (Karlsruhe/25/136.):

Bis zu diesem Mai nur Insidern ein Begriff, sorgte Hanfmann beim Münchner Sandplatz-Turnier für Furore. Als Qualifikant schaffte er es bis in das Viertelfinale. Wenige Wochen später stand er in Gstaad in seinem ersten ATP-Endspiel. Tennisprofi ist er eigentlich erst seit zwei Jahren. Nach dem Abitur studierte er vier Jahre an der University of Southern California in Los Angeles und spielte für das dortige Tennisteam. «In dieser Zeit habe ich mir die Härte angeeignet, die mir heute auf der Tour hilft», sagt er. Bemerkenswert: Hanfmann ist seit seiner Geburt schwerhörig. In der Schule trug er ein Hörgerät, auf dem Platz verzichtet er darauf.

Tim Pütz (Frankfurt/Main/29/380.):

Wie Hanfmann darf man auch Pütz guten Gewissens als Spätstarter bezeichnen. Von 2008 bis 2012 studierte er an der Universität in Auburn/Alabama mit einem Tennis-Stipendium VWL. Erst danach entschied er sich für eine Profi-Karriere. Im vergangenen Jahr stand er in Wimbledon nach erfolgreicher Qualifikation in der zweiten Runde. Damals begründete er seinen späten Einstieg und die anfänglichen Zweifel am Profi-Tennis mit den Worten: «Wenn ich früher angefangen hätte, hätte ich wahrscheinlich gleich wieder aufgehört.» Heute wird der Teamplayer ab und zu von Roger Federer als Trainingspartner angefragt. Pütz zählt zu den besten deutschen Doppelspielern.

Copyright © Neue Westfälische 2017
Copyright © dpa - Deutsche Presseagentur 2017
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group