So sieht's Rocker Jenseits der Schmerzgrenze

Karl Rocker über die aktuelle Lage beim SC Paderborn

Karl Rocker

Hallo, liebe Fans des SC Paderborn. Und ein Hallo an all jene, die den Verein, die Hoffnung und den Glauben noch nicht vollständig aufgegeben haben. Zugegeben: Auch ich befinde mich inzwischen an den Grenzen meines Verständnisses, meiner Geduld, meiner Kraft und meiner Hoffnung. Doch die besagte Hoffnung begrabe ich erst, wenn auch mathematisch nichts mehr möglich ist. Momentan haben wir alle kein leichtes Los gezogen. Dennoch: Der Zusammenhalt und der Glaube sollten uns die letzten Spieltage dieser Saison begleiten. Denn wenn schon manch einer der allertreuesten Fans an den Rand der Verzweiflung getrieben wird, indem er beim Training eine Wutrede in Richtung Spieler hält, und wenn die Negativmeldungen einfach nicht abreißen, dann weiß jeder, dass die von mir zuletzt angesprochenen und angeprangerten internen Probleme des SC Paderborn größer sind als der Wille mancher Verantwortlicher, diesen Verein im Profifußball zu halten. Es sind momentan vor allem die Fans, die alles dafür geben, um diesen Club am Leben zu halten. Erinnert sei nur an die Shirts, die SCP-Anhänger ehrenamtlich entwerfen, bestellen und verkaufen. Oder an das erhöhte finanzielle Engagement bei den Jugendpaten. Das sind nur zwei von vielen Beispielen dafür, dass die wahren Fans bis an die Schmerzgrenze und sogar über diese hinaus gehen. Fans, die ihre privaten und finanziellen Belange teilweise dem Vereinswohl unterordnen – und dafür mitunter ihre Möglichkeiten überreizen. Ganz ehrlich: Zahlt noch jemand in Paderborn für den „schönen Fußball", der versprochen wurde? Nein! Die Fans kommen nur noch, weil sie wissen, dass jeder Euro aus den Eintrittsgeldern die gefährdete Existenz des Vereins sichern könnte. Doch wo liegen die Probleme? Nach der unterirdischen Vorstellung bei der 0:2-Heimpleite gegen Regensburg hatten wir ein Gespräch mit dem Mannschaftsrat. Und ich konnte spüren, dass die anwesenden Spieler ebenso wie der neue Sport-Geschäftsführer Markus Krösche tatsächlich einen großen Willen und Glauben in sich tragen. Doch reicht das aus? Reicht es, wenn immer wieder hartnäckige Gerüchte über undisziplinierte, lustlose und übersatte SCP-Kicker die Runde machen? Ich sage: Nein! Ebenso wie ich einen Umbruch in der Führungsebene des SC Paderborn fordere, fordere ich auch, dass „faule Äpfel" innerhalb der Mannschaft keine Chance mehr bekommen. Lasst uns weiter hoffen. Lasst uns weiter bangen. Lasst uns weiter beten. Lasst uns den SC Paderborn versuchen zu retten. Wir sind der SC Paderborn. Wir sind die Paderborner Jungs!

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