So sieht's Rocker Mit einem Schlauchboot im Unwetter

Karl Rocker

Hallo, liebe Fans des SC Paderborn 07. Ein Heimspiel steht an und so melde ich mich wieder zu Wort. Es würde mich unendlich freuen, etwas Positives berichten zu können, jedoch sind schöne Nachrichten über unseren Lieblingsverein sehr selten in diesen schweren Zeiten. Mit der Freistellung von Cheftrainer Rene Müller haben die Automatismen des modernen Fußballgeschäftes auch in Paderborn gegriffen. Doch ist damit die gesamte, akut gefährliche Situation bereinigt? Die Zeit wird es uns zeigen. Doch nicht nur die zuletzt bodenlos schlechten sportlichen Leistungen, sondern auch die Unruhe im Umfeld und ein unprofessionelles und unglückliches Auftreten des Vereins in der Öffentlichkeit sind ein Zeichen dafür, dass ein von mir zuletzt verlangter wahrer Umbruch an der Spitze des Klubs dringender erscheint als je zuvor. Ich kenne Martin Hornberger schon viele Jahre. Durch mein Engagement in der SCP-Fanszene hatten wir oft und viel miteinander zu tun, so dass eine Beziehung zwischen uns entstand, die von Respekt und gegenseitiger Achtung gezeichnet war. Doch nun sind wir an einem Punkt gekommen, an dem ich mich recht schwer tue, Martin uneingeschränkt Glauben zu schenken. So ist es unglücklich, einem Trainer vollstes Vertrauen auszusprechen, um diesen wenige Tage später zu beurlauben. Doch leider ist dieses Geschäft zu unglaubhaft, zu undurchsichtig und kaltherzig geworden, so dass Aussagen mancher Funktionäre schnell Makulatur werden. Für zusätzliche Unruhe im Mannschafts- und Vereinsumfeld sorgt die Personalie Wilfried Finke. Und spätestens hier gibt es höchst unterschiedliche Meinungen innerhalb des Fanlagers. Während die einen in ihm weiterhin den einzig wahren "Messias" und Retter des Vereins sehen, finden andere, dass auch Wilfried Finke mitverantwortlich für die bis heute anhaltende Talfahrt des SC Paderborn ist. Unabhängig davon, wer an dieser Stelle recht haben könnte, muss eine Tatsache festgehalten werden: Ein Trainerwechsel sowie eine Verstärkung des Kaders zur Winterpause sind nur möglich, wenn finanziell gut aufgestellte Personen im Umfeld des recht klammen Vereins die Geldbörsen öffnen. Und dann wäre da noch unser ehemaliger Coach Stefan Effenberg, der mal wieder im Glashaus sitzend mit Steinen warf. Er klagte vor laufender Kamera über die fehlende Menschlichkeit beim SCP und griff Ex-Präsident Finke an. Sorry, Herr Effenberg, das war nix. Setzen, Sechs. Und so steuern wir momentan mit einem Schlauchboot Richtung schweres Unwetter. Ohne Kapitän, ohne Außenborder und auch mit zu wenig Matrosen. Schauen wir mal, ob das Bötchen in absehbarer Zeit flott gemacht werden kann. Sorry, Paderborner Jungs, aber es wird immer unruhiger bei uns.

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