Die Fans des SC Paderborn müssen jetzt zusammenhalten. - © Marc Köppelmann
Die Fans des SC Paderborn müssen jetzt zusammenhalten. | © Marc Köppelmann

Andreas Allesfahrer-Blog Allesfahrer-Blog: Es ist Zeit für ein Wir-Gefühl beim SC Paderborn

Alle Kräfte müssen mobilisiert werden, damit der Verein eine Zukunft hat

Andrea Sahlmen

Hallo Fans, auch mich haben die Zahlen von der Jahreshauptversammlung am Montagabend schwer getroffen. Ich liebe diesen Verein genauso, wie viele andere Fans und hoffe, dass er irgendwie gerettet werden kann. Wir Fans sollten alles, was in unserer Macht steht, dafür in die Waagschale werfen. Bis dann, Andrea Vielleicht kam diese Jahreshauptversammlung mit den schrecklichen Zahlen genau zur richtigen Zeit. Noch am Montagmorgen waren die Fans des SC Paderborn erbost über die zuletzt schwachen Leistungen der Mannschaft, Spieler wurden in den sozialen Netzwerken wüst beschimpft und ihnen wurde sogar absichtliche schlechte Leistung vorgeworfen. Schon nach dem schwachen Spiel gegen Holstein Kiel hatten sich viele Anhänger von der Mannschaft abgewendet und ihr bewusst den Rücken gezeigt. Doch jetzt der Schock: Es geht nicht mehr um die schlechten Leistungen einer Mannschaft. Es geht um die Existenz eines Vereins, der in vielen ostwestfälischen Herzen fest verankert ist. Viel gelacht, noch mehr geweint Man sucht sich seinen Verein nicht aus. Man wählt ihn nicht, weil es gerade besonders gut läuft oder viel Spaß macht. Man liebt einen Verein, weil man sich mit ihm identifiziert. Man lacht gemeinsam mit ihm und weint mit ihm. Ich habe mit dem SC Paderborn viel gelacht. Die Erinnerung, als Tabellenführer der Bundesliga nach München zum FC Bayern zu fahren, nimmt mir niemand mehr. Noch mehr habe ich mit dem Verein geweint. Um den ersten Abstieg in die zweite Liga, der absolut vermeidbar gewesen wäre. Dann kam der erneute Abstieg in die 3. Liga. Wieder habe ich mit dem Verein geweint, denn wirtschaftlich und sportlich würde ein harter Existenzkampf kommen. Immer wieder musste man sich an neue Spieler gewöhnen, mit manchen konnte man sich identifizieren, mit manchen nicht. Der Verein begleitet mich seit meiner Kindheit, ebenso die Menschen, die ich alle zwei Wochen bei den Heimspielen treffe. Für mich und sicherlich für viele andere ist der SC Paderborn ein Teil des Lebens, ein Teil der Woche, auch Ablenkung vom Alltag. Verschwendung aus der glorreichen Zeit ist momentan zweitrangig Doch jetzt steht der SC Paderborn vor dem Aus. Drei Millionen fehlen, ansonsten ist die Drittliga-Lizenz in Gefahr. Die Lizenz für diese jämmerliche Liga, die eigentlich niemand wollte, ist momentan der letzte Strohhalm, an den sich alle Fans klammern. Es muss dringend Geld in die Kassen gespült werden. Durch wen und wie die Einnahmen aus den glorreichen Zeiten verschwendet wurden, ist aktuell zweitrangig. Die Stadt lehnte am Dienstagmorgen weitere Hilfe für den SC Paderborn ab. Jetzt müssen andere Sponsoren helfen, wenn es weiterhin Profifußball in Paderborn geben soll. Die Fans haben den Ernst der Lage erkannt. Seit Montagabend rufen sie auf, am Samstag gegen Erfurt ins Stadion zu gehen. Manche werden Mitglied und andere wollen Plakate in der Stadt aufhängen. Die Stadt und mögliche Sponsoren sollen sehen: Die Fanszene lebt, WIR halten zusammen und WIR geben UNSEREN Verein nicht auf. Vergessen sind Wut, Aggression und Ärger gegenüber der Mannschaft. Eigene Befindlichkeiten zählen nicht mehr, was zählt ist das große Ganze SC Paderborn. Ein Verein, der lange Zeit viel Spaß gemacht hat und aus vielen Herzen nicht mehr wegzudenken ist.

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