Naki droht beim SC Paderborn massiver Ärger

Präsident Finke denkt über Sanktionen für den Rotsünder nach

Naki droht beim SC Paderborn massiver Ärger - © SC Paderborn
Naki droht beim SC Paderborn massiver Ärger | © SC Paderborn

Paderborn. Deniz Naki hüllte sich am gestrigen Montag in eisernes Schweigen. Zu spät. Rund 24 Stunden früher hätte der Offensivkraft des SC Paderborn eine solche Verhaltensweise wohl besser zu Gesicht gestanden.

Zur Erinnerung: Im jüngsten Zweitliga-Heimspiel gegen den VfR Aalen kassierte Naki am Sonntag zwölf Minuten nach seiner Auswechselung (78.) die Rote Karte. Sekunden nach dem Ausgleichstreffer der Gäste zum 2:2-Enstand war der 23-Jährige dem vorbeieilenden Referee mit einer wohl kaum druckreifen Verbal-Attacke begegnet.

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Er habe fest beschlossen, "mich zu dieser Sache in der Öffentlichkeit nicht zu äußern", ging der Übeltäter tags darauf in die Defensive. Laut Paderborns Manager Sport Michael Born hat der "DFB-Kontrollausschuss inzwischen Strafantrag gestellt", dem Naki umgehend widersprochen habe.

Paderborns Cheftrainer Stephan Schmidt (l.) musste seinen Schützling Deniz Naki am Sonntag mehrfach zur Ordnung rufen. - © FOTO: MARC KÖPPELMANN
Paderborns Cheftrainer Stephan Schmidt (l.) musste seinen Schützling Deniz Naki am Sonntag mehrfach zur Ordnung rufen. | © FOTO: MARC KÖPPELMANN

Allerdings ist der Angreifer auch kein unbeschriebenes Blatt. Im November 2009 wurde er wegen "krass sportwidrigen Verhaltens" beispielsweise für drei Partien gesperrt. Im Spiel mit seinem Ex-Klub FC St. Pauli gegen Rostock hatte der gebürtige Dürener die Hansa-Fans beim Torjubel mit einer Geste des Kehledurchschneidens beleidigt.

Die Meinung des SCP- Präsidenten Wilfried Finke, dass "die Saison für Naki" drei Spieltage vor Toresschluss "gelaufen ist", wollte der Übeltäter ("Ich gehe davon aus, dass ich noch spielen werde") am Montag nicht unbedingt teilen. Falls man ihn denn überhaupt noch lässt.

Finke fehlt für derartig "drastisches Fehlverhalten jedenfalls "jegliches Verständnis" und vergleicht Naki nach dem jüngsten Vorfall mit einer "tickenden Zeitbombe". Naki habe zwar ein gutes Spiel abgeliefert, "aber wer bei uns derartig aus der Reihe tanzt", dem drohe massiver Ärger, denkt Finke ("So etwas lassen wir uns nicht gefallen") jetzt über entsprechende Sanktionen nach.

Dazu zählt auch die Überlegung, "ob eine weitere Zusammenarbeit überhaupt noch möglich ist". Allerdings wollte der SCP-Chef gestern noch einige Gespräche führen, um möglicherweise mehr über die näheren Begleitumstände des unrühmlichen Vorfalls zu erfahren.

Auch darüber hinaus war Finkes Kalender am Montag mit Fußball-Terminen gut gefüllt. Abends stand noch die turnus-mäßige Präsidiums- und Aufsichtsratssitzung zwecks weiterer Weichenstellung für die Spielzeit 2013/14 auf der Tagesordnung.

Größere Entscheidungen werden laut Finke allerdings erst vorangetrieben, wenn die Mannschaft den noch einen zum rein rechnerisch sicheren Klassenerhalt fehlenden Punkt auch geholt hat.
Den "Super-GAU" des Abrutschens auf Relegationsplatz 16 hat der Präsident aber "nicht ernsthaft" auf der Rechnung.

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