Paderborner Personalpoker ging fast auf

SCP sucht gute Seiten am Pauli-Spiel

Paderborner Personalpoker ging fast auf - © SC Paderborn
Paderborner Personalpoker ging fast auf | © SC Paderborn

Paderborn. Der Schlussakkord trägt durchaus die Züge eines recht üblen Aprilscherzes. Am Hamburger Millerntor läuft schon die Nachspielzeit, als Philipp Tschauner den SC Paderborn urplötzlich mit den bitterbösen Seiten des Fußballs konfrontiert. Ausgerechnet der aufgerückte Torhüter des FC St. Pauli gleicht in seinem 100. Zweitligaspiel kurz vor dem Ende nach einem Eckball seines Teamkollegen Dennis Daube per Kopf zum 2:2-Endstand (0:0) aus.

Ein Kabinettstückchen des Keepers als insgesamt fünfter Schlussmann der eingleisigen 2. Bundesliga, dem ein Treffer aus dem Spiel heraus gelingt. Damit ist die längst gehegte Vorfreude auf den siebten Auswärtserfolg der laufenden Saison im ostwestfälischen Lager spontan vom Tisch. Das viel zitierte Freudenhaus gerät zum Tollhaus, während der Gegner diesen Abend des 1. April 2013 trotz des Punktgewinns nicht mehr so recht in vollen Zügen genießen mag.

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"Wir haben uns sicherlich nichts vorzuwerfen", betrieb Thomas Bertels trotz der späten Schrecksekunde nach dem Schlusspfiff eine moderate Analyse. Irgendwie befand Paderborns Linksverteidiger aber auch, dass "sich das Unentschieden jetzt ein bisschen wie eine Niederlage anfühlt". Schließlich hatten die Gäste zuvor mittels ihrer moralischen Meisterleistung durchaus überzeugt.

Schmidt hat personell vieles richtig gemacht

Aus dem 0:1-Rückstand (53. Marius Ebbers) einen 2:1-Vorsprung (56. Deniz Yilmaz, 84. Mahir Saglik) fabriziert zu haben, sind auch aus Sicht des SCP-Cheftrainers die positiven Fakten dieser Partie in einem "phantastischen Stadion mit phantastischen Fans".

Der Paderborner Alban Meha (l.) kommt im Zweikampf mit Paulis Marius Ebbers einen Schritt zu spät. - © FOTO: DPA
Der Paderborner Alban Meha (l.) kommt im Zweikampf mit Paulis Marius Ebbers einen Schritt zu spät. | © FOTO: DPA

Auch personell hatte Stephan Schmidt diesmal vieles richtig gemacht. Mit Deniz Naki (war maßgeblich an der Vorbereitung beider Tore beteiligt) stellte der Coach nur einen seiner beiden Ex-Paulianer in die Startelf. Während der spätere Fast-Matchwinner Mahir Saglik zunächst geschont wurde, gelang dem Alternativ-Stürmer Deniz Yilmaz der 1:1-Ausgleichstreffer.

Er sei zunächst schon ein wenig enttäuscht gewesen, nicht von Beginn an spielen zu dürfen, gab Saglik im Nachhinein zu. Zunächst habe er "auf der Bank gefroren und selbst beim Warmlaufen noch", schien der Abend für den 30-Jährigen anfangs unter keinem guten Stern zu stehen.

Fünf Minuten nach seiner Einwechselung erlebte der Türke dann eine weitere coole Situation, als er eiskalt zur Paderborner 2:1-Führung vollstreckte. So richtig warm ums Herz wurde ihm allerdings auch diesmal nicht, denn "leider hat mein Tor nicht zum Sieg gereicht".

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