In der Paderborner U19 ist Sebastian Schonlau (l.), der sich hier gegen Ahlens Kapitän Maximilian Kurtz durchsetzt, bereits ein Leistungsträger. Ab dem kommenden Sommer wird der junge Warburger als Lizenzspieler geführt. - © FOTO: MARC KÖPPELMANN
In der Paderborner U19 ist Sebastian Schonlau (l.), der sich hier gegen Ahlens Kapitän Maximilian Kurtz durchsetzt, bereits ein Leistungsträger. Ab dem kommenden Sommer wird der junge Warburger als Lizenzspieler geführt. | © FOTO: MARC KÖPPELMANN

Schonlau packt’s beim SC Paderborn im zweiten Anlauf

Warburger Talent wurde zunächst aussortiert und erhält nun einen Profivertrag

Paderborn/Warburg. Das wohl schönste Geschenk bekam Sebastian Schonlau schon kurz vor Weihnachten. Der 18-jährige Warburger erhielt einen Profi-Vertrag beim Fußball-Zweitligisten SC Paderborn, der ab dem 1. Juli 2013 gilt (wir berichteten). In der U19 des SCP ist Schonlau Leistungsträger – und das blieb auch Profi-Trainer Stephan Schmidt nicht verborgen. Aber fast wäre es gar nicht so weit gekommen, denn die Karriere des Warburgers wäre in der B-Jugend fast vorbei gewesen.

Bereits 2007 war Sebastian Schonlau, der von allen nur "Basti" gerufen wird, von der C-Jugend der Sportfreunde Warburg in die U14 des SCP gewechselt. Doch nach zwei Jahren in Paderborn war schon Schluss für ihn. Das Talent kehrte nach Warburg zurück. "Er wurde für zu klein und zu leicht befunden. Sie wollten ihn nicht haben", nennt Sebastians Vater Ansgar Schonlau die Gründe für die Rückkehr seines Sohnes.

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Der technisch starke, beidfüßig ausgebildete Mittelfeldspieler mit dem besonderen Blick fürs Spiel war somit wieder bei seinem Heimatverein. Als B-Jugendlicher spielte er bei den A-Junioren in der Bezirksliga und feierte mit ihnen den Aufstieg in die Landesliga. Doch nach nur einer Saison stieg Warburg 08 wieder ab. Für Basti Schonlau war dies der Grund, es wieder in Paderborn zu versuchen. Denn er wollte weiter auf hohem Niveau spielen.

Doch sein Sohn setzte sich durch

Über den aus Scherfede stammenden SCP-Sport-Manager Michael Born wurde noch einmal der Kontakt aufgenommen. "Basti hat sich selbst beim Probetraining angemeldet. Ich wollte nicht, dass er wieder nach Paderborn geht", gibt Ansgar Schonlau zu. Doch sein Sohn setzte sich durch – nicht nur beim Vater, sondern auch beim SCP. An den vor Jahren noch zu kleinen Basti konnte sich dort kein Jugendtrainer mehr erinnern.

"Er wurde damals gar nicht richtig wahrgenommen. Das zeigt, dass bei Profivereinen oft zu früh ausgesiebt wird und häufig nur nach Größe und Durchsetzungsvermögen geschaut wird. Kleinere, doch technisch starke Jungs fallen oft durchs Raster", so Ansgar Schonlau.

Mit nun 1,85 Meter hat Basti Schonlau ein Gardemaß für einen Mittelfeldmann. Nur am "Kampfgewicht" muss er noch arbeiten. Er bekommt ein individuell auf ihn zugeschnittenes Aufbautraining, um fünf Kilo Muskelmasse zuzulegen. Fast jeden Tag hat er Training. Nach Schule und Hausaufgaben geht es nach Paderborn – vier Mal pro Woche trainiert der Warburger mit der A-Jugend und zwei Mal mit der Profimannschaft.

"Der Umgang ist sehr angenehm"

"Es wird aber genau darauf geachtet, dass das Training ausgewogen ist", sagt Sebastian Schonlau. "Bei den Profis wurde ich sehr gut aufgenommen, der Umgang ist sehr angenehm. Sie sind nett und geben auch Tipps." Dass dort ein anderes Niveau herrscht ist klar. Aber wie hoch, das wurde seinem Vater Ansgar erst bewusst, als er das erste Mal beim Profitraining zuschaute. "Da ist wirklich jeder Spieler richtig gut und mehr als zwei Kontakte kannst du dir da kaum erlauben", zieht er den Hut vor den bezahlten Kickern des Zweitligisten. Ein Mal gehörte sein Sohn auch schon mal dazu, wenn auch nur für 15 Minuten. Im Freundschaftsspiel gegen Borussia Mönchengladbach wurde Sebastian Schonlau in der 75. Minute eingewechselt und überzeugte bei diesem Kurzeinsatz.

Auch deshalb erhielt er nun wohl den besagten Vertrag. "Der Trainer lobte Basti, dass er auf jede Aufgabe die richtige Lösung parat hatte", meint Ansgar Schonlau, der früher selbst einer der besseren Fußballer der Warburger Sportfreunde war und als Libero für seine Übersicht bekannt war. Von den väterlichen Fußballgenen hat Basti Schonlau einiges mitbekommen. Als Sechser kann er im Mittelfeld gut abräumen, ist aber auch bei der U19 für den geordneten Spielaufbau zuständig. "Auf jeden Fall ist er ein besserer Fußballer als ich", muss Ansgar Schonlau zugeben.

Demnächst kann sein Sohn das auch jeden Tag mehrmals Stephan Schmidt beweisen, denn er reist mit ins Wintertrainingslager in die Türkei vom 15. bis 24. Januar. Ein Highlight für den Schüler, aber auch eine große Herausforderung. Denn nicht der Fußball, sondern die Schule hat bei ihm noch Priorität. "Das ist eine sehr intensive Zeit für ihn, denn in den nächsten Monaten wird er sein Abi machen – und das geht vor. Aber seine Noten sind nicht abgefallen. Das zeigt, dass er die Schule aufgrund des Fußballs nicht vernachlässigt", so Ansgar Schonlau. Für die Zeit des Trainingslagers wurde sein Sohn von der Schule freigestellt. Wenn er dann sein Abi in der Tasche hat, kann er sich voll auf Fußball konzentrieren und probieren, ob der ganz große Sprung ins Profigeschäft tatsächlich gelingt.

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