Bochum stürzt den SC Paderborn in eine mittlere Krise

Schmidt-Elf ergibt sich bei der peinlichen 0:4-Niederlage im Ruhrgebiet saft-, kraft- und wehrlos in ihr Schicksal

Bochum stürzt den SC Paderborn in mittlere Krise - © SC Paderborn
Bochum stürzt den SC Paderborn in mittlere Krise | © SC Paderborn

Bochum. Seit wenigen Tagen wissen die Mitarbeiter der Opelwerke in Bochum, dass dort ab 2016 keine Autos mehr gebaut werden sollen. Düstere Zukunftsaussichten also. Im Gegensatz zu den rund 3.000 Beschäftigten dieses Unternehmens haben es die Fußballer aus der Ruhrmetropole selbst in der Hand, ob sie übers Jahr 2013 hinaus Fußball in der 2. Liga spielen dürfen. Und dies setzte die Elf des VfL Bochum im Heimspiel gegen den SC Paderborn am Sonntag eindrucksvoll in die Tat um. Mit 4:0 (2:0) siegte der VfL und stürzte damit gleichzeitig die Ostwestfalen in eine Krise.

Gespannt durfte man zunächst einmal darauf sein, wie sich die Fans der beiden Klubs nach den jüngsten Entscheidungen um das umstrittene DFL-Sicherheitspapier verhielten.Die Bochumer gaben sich wie die Opelaner kämpferisch und standen von Beginn an lautstark hinter ihrer Elf. Die rund 800 mitgereisten SCP-Fans schwiegen erneut beharrlich die berühmten 12:12 Minuten, um sich dann zu Wort zu melden. "Auf geht’s Paderborner schießt ein Tor", skandierten sie, fanden damit aber bei der Schmidt-Elf kein Gehör.
Zwar hatte der SCP durchaus Möglichkeiten, einen Treffer zu erzielen, aber die kompakt stehenden Bochumern verhinderten dies auch mit etwas Glück. Zuerst zeigte VfL-Torwart Esser bei einem Freistoß von Meha trotz tief stehender Sonne eine gute Reaktion (14.), dann lenkte er in der 19. Minute nach einer Ecke einen Hofmann-Kopfball über die Querlatte. Auch in der 36. Minute war er noch mit dem Fuß dran, als Vrancic nach einem Traumpass von Zeitz frei vor Esser auftauchte, aber am VfL-Keeper scheiterte.

Paderborns Trainer Stephan Schmidt wollte am liebsten gar nicht mehr hinschauen. - © FOTO: MARC KÖPPELMANN
Paderborns Trainer Stephan Schmidt wollte am liebsten gar nicht mehr hinschauen. | © FOTO: MARC KÖPPELMANN

Die Gastgeber waren mit ihren Aktionen weitaus effektiver. Wenn Bochum den Ball eroberte, ging es zumeist zielstrebig, schnell und mit unbändigem Willen in Richtung Paderborner Tor. Zwei hierbei erzwungene Ecken führten zum Erfolg. Zuerst war Aydin nach einer Rzatkowski-Hereingabe am langen Pfosten völlig frei (17.), dann war es VfL-Talent Leon Goretzka, der ebenfalls per Kopf zum 2:0 für Bochum traf (40.).

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"Das war schon eine kleine Vorentscheidung", meinte Paderborns Trainer Stephan Schmidt, der seinen Ärger über eklatante Defensivschwächen bei den Bochumer Standards nur schwer verbergen konnte. In der zweiten Halbzeit entdeckte Schmidt bei seinem Team zwar ein "gewisses Bemühen", aber nach einer guten Stunde bahnte sich bereits an, dass die jungen Wilden des VfL gewillt waren, nicht nur die Null zu halten. Sie wollten vielmehr nachlegen. Die Chancen kamen jetzt im Minutentakt, und im Abwehrverbund der Schmidt-Elf gab es Auflösungserscheinungen. Nur Torwart Kruse behielt die Übersicht, war dann aber noch zwei Mal machtlos.

Zuerst parierte Kruse nach einer Rzatkowski-Flanke noch glänzend, aber gegen den Abstauber von Aydin war er machtlos (72.). Paderborn leistete auch beim 4:0 keine Gegenwehr mehr. Goretzka hatte den Blick für den gerade eingewechselten Scheidhauer, der den Schlusspunkt setzte. Paderborns peinliche Pleite war perfekt.

VfL Bochum - SC Paderborn 4:0 (2:0)

Bochum: Esser - Rothenbach, Maltritz, Sinkiewicz, Chaftar - Kramer, Dabrowski - Goretzka, Rzatkowski (73. Iashvili) - Aydin (82.
Bertram), Dedic (76. Scheidhauer)
Paderborn: Lukas Kruse - Demme, Gulde, Strohdiek, Brückner - Zeitz, Mario Vrancic - Meha (86. Feisthammel), Tobias Kempe (66.
Wissing) - Philipp Hofmann, Naki (53. Yilmaz)

Tore: 1:0 Aydin (18.), 2:0 Goretzka (40.), 3:0 Aydin (72.), 4:0 Scheidhauer (81.)

Zuschauer: 10.250

Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)

Gelbe Karten: - Yilmaz (3)

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